Kapitalerhöhung soll mindestens 750 Millionen Euro bringen: Lufthansa: Aktienzahl steigt auf 457.920.000
zuletzt aktualisiert: 24.05.2004 - 13:22Frankfurt/Main (rpo). Die Deutsche Lufthansa will ihre Langstreckenflotte ausbauen und benötigt dafür das entsprechende Kleingeld. Das soll nun durch eine Kapitalerhöhung reinkommen, diese soll mindestens 750 Millionen Euro in die Unternehmenskassen spülen.
Damit solle vor allem der Umstieg auf den Super-Airbus A380 finanziert werden. Der Aufsichtsrat genehmigte dazu laut Konzern die Ausgabe von 76,32 Millionen Aktien. Diese sollen Mitte Juni und damit fast zeitgleich zum Börsengang der Postbank für mindestens 9,85 Euro pro Stück verkauft werden. Bisherige Lufthansa-Aktionäre erhalten Bezugsrechte und können für je fünf alte eine neue Aktie erwerben.
Der Interkontinentalverkehr werde "in den nächsten Jahren durch Flottenexpansion und Einführung des Airbus A380 einen neuen Wachstumsschub" erhalten, erklärte der Lufthansa-Vorstandsvorsitzende Wolfgang Mayrhuber.
Lufthansa gehe davon aus, dass der neue Airbus aufgrund seiner hohen Sitzplatzkapazität und um rund 20 Prozent niedrigerer Stückkosten auf Langstrecken zu deutlichen Kostenvorteilen führe. Neben dem Kauf des neuen Großraumflugzeuges mit 555 Sitzplätzen in der Standardversion benötigt das Unternehmen auch Geld für die Vorbereitung des Flugbetriebs und den Bau unterstützender Infrastruktur für den A380.
"Unsere Industrie steht vor einer Transformation", erklärte Mayrhuber. "Lufthansa gestaltet und prägt diese aktiv und setzt damit Maßstäbe für den gesamten europäischen Luftverkehr." Die Lufthansa hat 15 Airbus A380 bestellt. Sie sollen ab 2007 geliefert werden. Der Listenpreis für das Flugzeug liegt bei 281 Millionen Dollar (rund 234 Millionen Euro). Der tatsächliche Abgabepreis dürfte aufgrund von Rabatten aber niedriger liegen.
Aktionäre können wieder auf Dividende hoffen
Die Aktionäre der Lufthansa können nach einer Nullrunde wieder auf eine Dividende hoffen. Vorbehaltlich aller noch denkbaren Rückschläge könnten die Anteilseigner mit einem Aktionärsbonus für 2004 rechnen, sagte Lufthansa-Finanzvorstand Karl Ludwig Kley am Montag in Frankfurt am Main.
Wegen Abschreibungen in dreistelliger Millionenhöhe und einem Rekordverlust hatte die Kranich-Airline die Dividende für 2003 ausfallen lassen, nachdem sie für 2002 noch 60 Cent pro Anteil gezahlt hatte.
Neue Papiere für 2004 voll dividendenberechtigt
Mit der Ausgabe der neuen Aktien hat die Lufthansa ein Bankenkonsortium unter Führung von Dresdner Kleinwort Wasserstein und Morgan Stanley betraut. Bisherige Lufthansa-Aktionäre können voraussichtlich in der Zeit vom 3. bis 16. Juni ihr Bezugsrecht ausüben. Der Börsenhandel der Bezugsrechte beginnt voraussichtlich am 3. Juni 2004 und endet am 14. Juni 2004.
Der endgültige Bezugspreis wird laut Unternehmen voraussichtlich am 1. Juni 2004 bekannt gegeben, einen Tag später soll der Verkaufsprospekt veröffentlicht werden. Die neuen Aktien werden dann voraussichtlich ab dem 17. Juni 2004 wie die bisherigen Anteile gehandelt. Sie sind für das Geschäftjahr 2004 voll dividendenberechtigt.
Würden die Papiere zum Mindestpreis von 9,85 Euro ausgegeben, wäre dies ein Rabatt von 18,6 Prozent gegenüber dem Schlusskurs vom Freitag. Mit der Ausgabe der neuen Aktien erhöht sich die Zahl der insgesamt gehandelten Lufthansa-Papiere auf 457.920.000.
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