Russland verlängert Überflugerlaubnis für Frachtflieger: Lufthansa Cargo muss nach Sibirien umziehen
zuletzt aktualisiert: 02.11.2007 - 19:40Berlin/Moskau (RPO). Dem Umzug des Drehkreuzes der Lufthansa-Frachttochter von Kasachstan nach Sibirien steht politisch offenbar nichts mehr im Wege. Die Lufthansa steht dem Umzug wegen der fehlenden Infrastruktur allerdings noch skeptisch gegenüber.
Bei Gesprächen mit dem Verkehrsministerium in Moskau gehe es "in erster Linie um einen Zeitplan für den Umzug" zum russischen Flughafen Krasnojarsk, erklärte Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) am Freitag in Berlin. Zuvor hatten russische Behörden nach längerem Streit mitgeteilt, die zunächst entzogene Überflugerlaubnis für Lufthansa Cargo um zwei Wochen zu verlängern.
Zusammen mit Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sei es Tiefensee gelungen, das Flugverbot für Lufthansa Cargo aufzuheben. "Es hat sich gezeigt, dass es richtig war, mit den russischen Partnern eine Lösung am Verhandlungstisch anzustreben", heißt es in der Erklärung. Die Gespräche mit Russland würden nun fortgesetzt.
Voraussetzung für den Umzug nach Krasnojarsk sei die Schaffung der Infrastruktur, um den Anflug des Flughafens bei jedem Wetter zu gewährleisten. "Wir sind zuversichtlich, dass wir langfristig zu einer guten Lösung für die russische wie auch die deutsche Seite kommen", erklärte Tiefensee.
Die Lufthansa erklärte, die Entscheidung der russischen Behörden gehe in die richtige Richtung. Allerdings brauche das Unternehmen Planungssicherheit und forderte eine "langfristige und nachhaltige Genehmigung" über den 15. November hinaus. Einen Umzug nach Krasnojarsk werde man nur in Erwägung ziehen, wenn dafür die operationellen und kommerziellen Voraussetzungen gegeben sind.
Russland hatte Lufthansa Cargo am Sonntag die Überflug-Erlaubnis entzogen, um das Unternehmen offenbar zu einer Verlegung seines Drehkreuzes nach Sibirien zu bewegen. Der Frachtflieger musste daraufhin teure Umwege in Kauf nehmen. Am Freitag verlängerte Moskau die Ende Oktober ausgelaufene Vereinbarung um zunächst zwei Wochen. Die deutschen Behörden hätten sich bereit erklärt, bis zum 7. November die neuen von Russland unterbreiteten Bedingungen zu prüfen, begründete das russische Verkehrsministerium die Entscheidung.
Nach dem Überflugverbot hatte Deutschland zunächst ein Landeverbot für russische Fluglinien in Deutschland verhängt. Auf Eingreifen des rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten Kurt Beck (SPD) wurde dies für den Flughafen Frankfurt/Hahn in Rheinland-Pfalz allerdings wieder aufgehoben.
Beck hatte am Mittwoch aus Angst vor wirtschaftlichem Schaden bei Tiefensee interveniert, wie ein Sprecher der rheinland-pfälzischen Landesregierung am Freitag der in Ludwigshafen erscheinenden Zeitung "Rheinpfalz" bestätigte.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum
