Gespräche mit KarstadtQuelle: Lufthansa denkt über Verkauf von Thomas Cook nach
zuletzt aktualisiert: 28.07.2006 - 12:02Frankfurt/Main (rpo). Die Deutsche Lufthansa hat erstmals Gespräche über einen Verkauf ihres Anteils am Reisekonzern Thomas Cook an den Mitgesellschafter KarstadtQuelle offiziell bestätigt. Bislang sind beide an dem die Unternehmen jeweils zu 50 Prozent beteiligt. KarstadtQuelle möchte den zweitgrößten deutschen Reisekonzern vollständig übernehmen.
Es gebe Möglichkeiten sich zu einigen, man stehe aber nicht unter Zeitdruck, erklärte der neue Finanzvorstand Stefan Gemkow.
Laut Vorstandschef Wolfgang Mayrhuber erwartet Lufthansa jetzt im Gesamtjahr eine Verbesserung des Vorjahresergebnisses. Bei der Vorlage der Bilanz für das erste Quartal war er noch von einem Gewinn mindestens in Höhe des Vorjahres (577 Millionen Euro) ausgegangen.
"Unsere Strategie geht auf und wir machen unsere Hausaufgaben. Das zahlt sich aus. Wir liegen mit unserem Ergebnis voll im Plan", betonte der Vorstandschef. Vor allem das zweite Quartal sei für den Konzern sehr erfreulich verlaufen - der Konzerngewinn stieg auf 183 Millionen Euro und das operative Ergebnis auf 372 Millionen Euro. Im - in der Branche traditionell schwachen - ersten Quartal hatte die Airline noch rote Zahlen geschrieben.
Im ersten Halbjahr stieg das operative Ergebnis um 17,4 Prozent auf 297 Millionen Euro. Der Konzerngewinn verbesserte sich auf 85 Millionen Euro nach einem lediglich ausgeglichenen Ergebnis im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz erhöhte sich um 14,2 Prozent auf 9,6 Milliarden Euro. Dabei verbesserten sich die Verkehrserlöse dank steigender Passagierzahlen um 13,9 Prozent auf 7,4 Milliarden Euro. Insgesamt flogen in den ersten sechs Monaten 25,5 Millionen Reisende mit Airlines des Konzerns, 3,3 Prozent mehr als im Vorjahr. In Europa trug auch die Fußballweltmeisterschaft zu dem Anstieg bei. Deutlich mehr als vor einem Jahr musste Lufthansa für Treibstoff zahlen. Die Kerosinkosten erhöhten sich um 46,5 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro.
Analysten von der NordLB erklärten, die Zahlen des ersten Halbjahres seien überzeugend. Neue Kursfantasien könnten sich durch den Verkauf des Caterers LSG Sky Chefs oder des Thomas Cook-Anteils ergeben, beides rechnet die Lufthansa nicht mehr zum Kerngeschäft.
Thomas Cook verringert Verlust
Fortschritte seien in allen Geschäftsfeldern erzielt worden, erklärte Mayrhuber. Besonders wichtig sei, dass der zentrale Bereich, die Passagierbeförderung, ein gutes Ergebnis erreicht habe. "Bei den hohen Ölpreisen den Gewinn um fast 40 Millionen Euro zu steigern, zeigt die Stärke der Lufthansa", zeigte sich der Vorstandschef zufrieden. "Unsere Kunden fliegen auf Lufthansa".
Die Schweizer Fluggesellschaft Swiss sei in die Gewinnzone zurückgekehrt und werde den Erfolgskurs fortsetzen. Thomas Cook konnte seinen Verlust in dem in der Reisebranche traditionell schwachen ersten Geschäftshalbjahr um 7,8 Prozent auf 200 Millionen Euro verringern. Während in Deutschland die Zahl der Reisenden stieg, bekam das Unternehmen in Großbritannien die allgemeine Marktschwäche zu spüren - die Zahl der Gäste sank um 2,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das ehemalige Sorgenkind LSG Sky Chefs erzielte ein operativen Gewinn von 5 Millionen Euro.
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