kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Lufthansa-Sparprogramm soll 1,5 Milliarden bringen
  Foto: dpa, Boris Roessler
Kommentare ()

Eigene Flugbegleiter zu teuer: Lufthansa fliegt mit Leiharbeitern

VON THOMAS REISENER - zuletzt aktualisiert: 03.01.2012 - 07:40

Berlin/Düsseldorf (RP). Weil dem Kranich die eigenen Flugbegleiter zu teuer sind, beschäftigt er jetzt Stewardessen und Stewards eines Personaldienstleisters. Vorerst nur für 15 Flugzeuge in Berlin. Aber das Modell wird wohl Schule machen.

Erstmals in ihrer Geschichte setzt die Lufthansa auf Leiharbeiter an Bord: Für 15 Maschinen, die derzeit an dem neuen Flughafen in Berlin stationiert werden, stellt der Hamburger Personaldienstleister AviationPower aktuell rund 200 Flugbegleiter ein.

Die preiswerteren Leiharbeiter-Stewards und -Stewardessen sollen in den neuen Maschinen das klassische Lufthansa-Kabinenpersonal ersetzen. Bewährt sich das Modell, könnte es auch in Düsseldorf zum Einsatz kommen.

"Mit einem Personaldienstleister"

In einem Brief an das Lufthansa-Kabinenpersonal, der unserer Zeitung vorliegt, begründen die Chefs der Lufthansa-Kabinencrews, Wolfgang Kolhagen und Heike Birlenbach, sowie Personal-Bereichsleiter Antonio Schulthess den Schritt: "Um mit einer wettbewerbsfähigen Kostenstruktur in Berlin antreten zu können, haben wir eine andere Bereederungsoption beschlossen. So wird die neue Plattform [in Berlin, Anm. d. Red.] nicht von unseren Mitarbeitern bedient, sondern durch eine externe Bereederung sichergestellt", heißt es in dem Schreiben.

Der Schritt sei notwendig, "um im ausgesprochen preissensiblen Berliner Markt erfolgreich in den Wettbewerb starten zu können." Man werde in Berlin "mit einem Personaldienstleister" arbeiten. "Dieser Partner wird die Crews für Berlin rekrutieren und einstellen."

Ein Lufthansa-Sprecher bestätigte die Pläne auf Anfrage: "Es ist richtig, dass wir die neuen Berliner Kabinen-Crews künftig über einen Personaldienstleister einsetzen." Da es sich im Wesentlichen um den Aufbau neuer Kapazitäten handele, seien die Arbeitsplätze der bisherigen Lufthansa-Crews in Berlin nicht gefährdet.

Keine automatisierten Gehaltssprünge

Allerdings müssten einige Lufthansa-Flugbegleiter andere Strecken als bisher fliegen. Die Höhe der Einsparungen wollte der Sprecher nicht nennen. Die Einstiegsgehälter für Stewards und Stewardessen lägen bei AviationPower genau wie auch bei der Lufthansa bei etwa 1700 Euro. Allerdings werde es bei dem Personaldienstleister keine automatisierten Gehaltssprünge nach Alter mehr geben, wie sie der Lufthansa-Tarif vorsieht.

"Genau darauf wollten wir uns ja mit der Kabinen-Gewerkschaft UFO einigen", berichtet der Sprecher, "aber da die Verhandlungen ergebnislos blieben, haben wir uns für den Einsatz eines Personaldienstleisters entschieden."

Während UFO den Vorgang gestern nicht kommentieren wollte, erklärte der Lufthansa-Sprecher: "Das Berliner Modell könnte Vorbild-Charakter haben und auch an anderen Standorten zum Einsatz kommen." Also scheint mittelfristig auch in Düsseldorf der Einsatz von Leiharbeit-Stewards auf Lufthansa-Maschinen wahrscheinlich.

Scharfe Konkurrenz durch Etihad

Die Lufthansa kämpft mit einem der schärfsten Sparprogramme ihrer Geschichte gegen die Konkurrenz an. Der Einstieg der arabischen Fluggesellschaft Etihad bei Air Berlin macht dem deutschen Branchenprimus zu schaffen: Über den Lufthansa-Rivalen hat Etihad neuerdings Zugriff auf den Berliner Markt.

Beobachter gehen davon aus, dass Etihad dort ein Drehkreuz aufbaut und die Lufthansa in deren Heimatmarkt angreifen wird. Außerdem muss der Kranich wie alle Fluggesellschaften mit historisch hohen Flugbenzinpreisen und seit Anfang des Jahres mit neuen Kosten für den Emissionszertifikatehandel leben.

Weil die Konkurrenz der Billigflieger der Erhöhung der Ticketpreise aber enge Grenzen setzt, müssen alle Fluggesellschaften sparen. Klassischen Airlines wie der Lufthansa fällt das traditionell schwerer als Nischenanbietern.

Quelle: RP/csr


Jetzt weiterlesen und die Rheinische Post testen.

 
weitere Artikel
 
Links zu diesem Artikel (2)
Eigene Flugbegleiter zu teuer: Lufthansa fliegt mit Leiharbeitern | RP ONLINE « TJS-Telegramm »
04.01.12 11:17 Uhr
Weiterlesen
Hinweise des Tages | NachDenkSeiten – Die kritische Website »
04.01.12 08:25 Uhr
Weiterlesen
 

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Volkswagen stellt sich neu auf

Deutschlands größter Autobauer

Volkswagen stellt sich neu auf

Massiver Umbau im Volkswagen-Konzern: Die Lkw-Töchter werden stärker miteinander vernetzt. ... mehr 

Investor interessiert sich für XL-Filialen

Aus der Drogeriemarktkette Schlecker

Investor interessiert sich für XL-Filialen

Nach dem Aus für die Drogeriemarktkette Schlecker steht nun die Abwicklung der einzelnen Unternehmensteile an. Für die Marke Ihr Platz und ... mehr 

Mehr Wirtschaft
Aus der Region

Deutschlands größter Autobauer

Volkswagen stellt sich neu auf

Aus der Drogeriemarktkette Schlecker

Investor interessiert sich für XL-Filialen

Drittgrößtes Mobilfunkunternehmen

E-Plus droht der Verkauf

Drogeriemarkt-Riese insolvent

Warum Schlecker unterging

Thronjubiläum von Queen Elizabeth II.

Mit Tee und Scones auf dem Rhein

Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

Tragischer Unfall: 400 Schafe fallen auf Autobahn

Hunderte Schafe sind in der Nacht zu Freitag auf eine Straße in Melbourne gefallen, als ein Tiertransporter auf einer Brücke umkippte und ... mehr 

Top-Services
 
Anzeige:
Weitere Videos unter www.nrw-business.tv
Politik-Nachrichten
Bernd Riexinger bildet zusammen mit Katja Kipping das neue Führungs-Duo der Linken.

Bernd Riexinger im Porträt

Lafontaine-Freund und Agenda-Gegner

Bernd Riexinger meidet eigentlich das Blitzlichtgewitter. "Ich muss mich nicht ständig in Szene setzen", sagt er. Schon aus diesem Grund hat er sich nicht nach der Bewerbung um den Bundesparteivorsitz der Linken gedrängt. mehr

 
Sahra-Wagenknecht-Die-schoene-Kommunistin_1_29596.jpg

Parteitag wählt Doppelspitze

Kipping und Riexinger neue Linken-Chefs

In Kampfabstimmungen haben sich die ostdeutsche Katja Kipping und der westdeutsche Gewerkschafter Bernd Riexinger als neue Parteichefs der Linken durchgesetzt. VON Eva Quadbeck  mehr

 

Neue Linken-Chefin im Porträt

Katja Kipping - unangepasst und modern

 

Konferenz der Kreisvorsitzenden

CDU-Basis übt scharfe Kritik an Merkel

 

Krise der Banken hält an

Merkel: Spanien soll unter Rettungsschirm

 

Parteitag der Linken in Göttingen

Gysi: "Das ist ein pathologischer Zustand"

 

Protestdemos nach Urteilsverkündung

Muslimbruder fordert Todesstrafe für Mubarak

 

Koalitionsverhandlungen in NRW

"Keine Spielräume für Ausgabensteigerungen"

Strom-Rechner

kWh
vergleichen