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Lufthansa
Flugbegleiter-Streik trifft mehr als 100.000 Passagiere

Hintergrund: Diese Rechte haben Reisende
Hintergrund: Diese Rechte haben Reisende FOTO: dapd, Mario Vedder
Frankfurt/Main. Auch am Donnerstag geht der Streik der Flugbegleiter bei der Lufthansa weiter. Es wird der bisher heftigste Tag des Ausstands. Die Airline hat vorsorglich 933 Flüge gestrichen. Davon sind 107.000 Passagiere betroffen.

Die Gewerkschaft Ufo ruft weiter zum Streik auf Kurz-, Mittel- und Langstrecken auf. Seit Beginn des Ausstands am vergangenen Freitag hat Lufthansa bis einschließlich Mittwoch mehr als 3700 Flüge absagen müssen. Betroffen waren bisher rund 443.000 Reisende. 

Am Düsseldorfer Flughafen fallen am Donnerstag wegen des Streiks 26 Starts und Landungen der Lufthansa aus. Betroffen sei auch die Verbindung nach New York, sagte eine Flughafensprecherin am Donnerstagmorgen. Zehn Flüge würden planmäßig starten und landen.

Fronten weiter verhärtet

In der Sache gibt es so gut wie keine Bewegung. Die Versuche des Dax-Konzerns, den längsten Ausstand in der Unternehmensgeschichte durch die Arbeitsgerichte stoppen zu lassen, blieben bislang folgenlos. Lufthansa-Chef Carsten Spohr bekräftigte seinen harten Kurs gegen die Gewerkschaften, denen in den Jahren zuvor zu häufig nachgegeben worden sei. Zugleich ließ Spohr weitere Verhandlungsbereitschaft erkennen.

Fragen und Antworten zum neuen Lufthansa-Preismodell

Der Chef der Flugbegleitergewerkschaft Ufo, Nicoley Baublies, rechnet allerdings nicht damit, dass es noch während des Streiks Verhandlungen geben könnte. Zu der am Dienstag von ihm ins Spiel gebrachten Schlichtung kam es nicht. Lufthansa hielt der Ufo vor, bei den angedachten Gesprächen auch Themen besprechen zu wollen, die ausschließlich in die unternehmerische Entscheidungsbefugnis fielen.

Berufung vor Gericht am Donnerstag

Vor Gericht jedenfalls blieb die Gegenwehr der Lufthansa bislang erfolglos. Arbeitsgerichte in Düsseldorf und Darmstadt wiesen Anträge auf einstweilige Verfügungen zurück, Ufo darf demnach bis einschließlich Freitag weiter streiken.

Die Entscheidung in Düsseldorf will das Unternehmen nun vom dortigen Landesarbeitsgericht stoppen lassen. Die Lufthansa habe Berufung eingelegt, sagte ein Lufthansa-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur am frühen Donnerstagmorgen. Dem Gericht zufolge soll die Verhandlung am Donnerstagnachmittag um 15.30 Uhr beginnen.

Zweistelliger Millionenschaden

Nach Angaben des Lufthansa-Vorstandsmitglieds Bettina Volkens liegt der durch den Streik entstandene finanzielle Schaden für das Unternehmen "schon jetzt in einem deutlichen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich". "Leider müssen wir diesen Konflikt aushalten für eine erfolgreiche Zukunft der Lufthansa - ganz besonders auch für unsere Mitarbeiter", sagte sie der "Bild"-Zeitung (Donnerstag).

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(hebu/dpa/lnw)
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