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Auch Flughafen Düsseldorf betroffen
Streik: Lufthansa streicht 290 Flüge

Hintergrund: Diese Rechte haben Reisende
Hintergrund: Diese Rechte haben Reisende FOTO: dapd, Mario Vedder
Frankfurt/Düsseldorf. Die Lufthansa streicht am ersten Tag des Flugbegleiter-Streiks 290 Flüge, darunter 15 Interkontinental-Verbindungen. Von und nach Düsseldorf fallen fünf Flüge aus. Insgesamt seien von den Absagen in Frankfurt und Düsseldorf 37.500 Passagiere betroffen, teilte die Airline am Freitag mit.

"Im Vergleich zu Frankfurt sieht die Lage in Düsseldorf glimpflich aus", sagte Florian Gränzdörffer, Sprecher der Lufthansa, unserer Redaktion. Am Freitag werden zwei Flüge von Düsseldorf nach Frankfurt und zwei Flüge von Frankfurt nach Düsseldorf gestrichen. Außerdem entfällt ein Flug nach New York.

Gerechnet auf die gesamte Lufthansa-Gruppe fallen am Freitag knapp zehn Prozent der für diesen Tag geplanten Flüge aus. Die Gewerkschaft Ufo hat nur die Flugbegleiter der Muttergesellschaft Lufthansa, die rund 1800 Verbindungen täglich fliegt, zum Streik aufgerufen.

Streik: Diese Rechte haben Passagiere

Acht Tage lang wird gestreikt

Es soll der längste Streik in der Geschichte der Lufthansa werden. Von 14 Uhr am Freitag an wollen die Flugbegleiter von Europas größter Airline in den Ausstand treten - und das acht Tage lang. Die Lufthansa rechnet mit heftigen Auswirkungen des Streiks. In Frankfurt wurden für gestrandete Passagiere bereits vorsorglich 2500 Hotelzimmer gebucht.

Fragen und Antworten zum neuen Lufthansa-Preismodell

Passagiere der Lufthansa müssen sich von Freitagnachmittag an auf zahlreiche Flugausfälle und Verspätungen durch den längsten Streik in der Geschichte der Airline einstellen. Die Flugbegleiter beginnen ihren Ausstand zunächst an den Flughäfen Frankfurt und Düsseldorf, teilte die Gewerkschaft Ufo mit. Dort seien die Mitglieder von 14 Uhr bis zum Betriebsschluss zur Arbeitsniederlegung aufgerufen.

Informationen für Lufthansa-Kunden

Auf der Lufthansa-Webseite finden Fluggäste eine Liste mit allen gestrichenen Flügen. Reisende können auf der Seite auch unter "Meine Buchungen" prüfen, ob sie betroffen sind und nachschauen, ob sich bei ihrer Buchung etwas getan hat, erklärt eine Lufthansa-Sprecherin. Generell sollten Reisende vor dem Abflug den Status ihrer Flüge überprüfen.

Lufthansa kritisierte Ufo erneut für die Streiktaktik mit kurzfristigen Ankündigungen zu Zeit und Ort. Dies mache es für die Fluggesellschaft besonders schwierig, ihre Kunden frühzeitig zu informieren und ihnen alternative Reisemöglichkeiten anzubieten.

Der Flughafen München werde wegen des Endes der Herbstferien in Bayern bis einschließlich Sonntag von dem Streik ausgenommen. Weitere Einzelheiten für die kommenden Tage würden erst im Laufe des Tages mitgeteilt, hieß es.

Ufo will ein handfestes Angebot

"Alle Passagiere der Lufthansa müssen damit rechnen, dass ihr Flug kurzfristig ausfällt", erklärte Ufo-Chef Nicoley Baublies die flexible Taktik der Gewerkschaft ohne festgelegte Ankündigungsfristen. "Wir haben einen achttägigen Streik bis Freitag nächster Woche. Wie viele Ausnahmen es dabei geben wird, hängt nicht zuletzt vom Verhalten der Lufthansa ab."

Ufo sei auch nicht zu unverbindlichen Sondierungen bereit. "Um den Streik zu unterbrechen, braucht es schon ein handfestes Angebot", betonte Baublies. Die Kollegen seien empört über das Verhalten und die Verhandlungstaktik des Konzerns.

Der Flughafen Frankfurt/Main ist das wichtigste Drehkreuz der Lufthansa. In Düsseldorf gibt es dagegen nur Verbindungen nach München und Frankfurt - insgesamt 18 Flugpaare täglich sowie einen internationalen Flug nach New York. Bei streikbedingten Flugausfällen können die Passagiere kostenfrei umbuchen oder stornieren. Betroffen von dem Streik ist nur die Konzernmutter Lufthansa, nicht Töchter wie Germanwings.

Streit über Betriebsrenten

Die Gewerkschaft hatte bis kurz vor Streikbeginn über das genaue Ausmaß ihrer Aktionen geschwiegen. Insgesamt soll der Arbeitskampf bis zum Freitag kommender Woche (13. November) fortgeführt werden. Es ist der erste Ausstand der Flugbegleiter in der aktuellen Tarifrunde, bei der es um die Übergangs- und Betriebsrenten von rund 19.000 Flugbegleitern bei der Lufthansa-Kerngesellschaft geht. Die Piloten der Lufthansa haben hingegen schon 13 Mal gestreikt.

Das Unternehmen und Ufo hatten sich am Donnerstag auch bei Last-Minute-Verhandlungen nicht einigen können. Sie überzogen sich gegenseitig mit Schuldzuweisungen.

Was Sie als Passagier während eines Streiks über Ihre Rechte wissen müssen, lesen Sie hier.

(lsa/dpa)
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