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Piloten streiken weiter
Lufthansa streicht am Freitag 700 Flüge

Lufthansa streicht am Freitag 700 Flüge - Piloten streiken weiter
FOTO: dpa, hpl
Frankfurt. Die Lufthansa hat für den dritten Tag des Pilotenstreiks erneut 700 Flüge auf der Kurz- und Mittelstrecke gestrichen. Dazu kommen am Freitag noch weitere 90 Verbindungen, die dem Fluglotsenstreik in Italien zum Opfer fallen, wie das Unternehmen am Donnerstag in Frankfurt berichtete.

Betroffen seien insgesamt rund 94.000 Fluggäste. Nicht bestreikt werden am Freitag die Langstreckenflüge der Lufthansa sowie die Angebote der anderen Airlines der Lufthansa Group wie unter anderem der AUA, Swiss und Germanwings. Es ist die dritte Arbeitsniederlegung in Folge, nachdem am Donnerstag die Langstreckenflüge und Mittwoch die Kurz- und Mittelstreckenverbindungen bestreikt worden waren.

Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit könnte die Lufthansa noch weiter in die Zange nehmen, sagte Vorstand Jörg Handwerg zu Reuters. "Noch bestreiken wir nur Teile des Unternehmens, wir können eskalieren." Es gebe vom Lufthansa-Management keine Signale, die darauf hindeuteten, dass ein Umdenken eingesetzt hätte.
Cockpit kämpft für die Beibehaltung der betriebsinternen Frührentenregelung sowie hinter den Kulissen gegen den Ausbau von Lufthansa-Billigfliegern unter der Marke Eurowings. Die Piloten müssten sich in Anbetracht der schwierigen wirtschaftlichen Lage des Konzerns zwischen Privilegien und Perspektiven entscheiden, erklärte die Lufthansa. Cockpit müsse an den Verhandlungstisch zurückkehren. Die Lufthansa habe in den vergangenen Tagen ein nochmals verbessertes Angebot vorgelegt, um einen Kompromiss zu ermöglichen, hieß es.

Doch der Gewerkschaft geht das nicht weit genug. "Das Management will uns gegeneinander ausspielen und ködert einzelne Pilotengruppen mit Angeboten", sagte Handwerg. Eine Spaltung der Belegschaft werde Cockpit auf keinen Fall erlauben. Ein Dauerstreik könnte nach Aussagen von Luftfahrt-Fachmann John Strickland Lufthansa-Passagiere in die Arme von anderen Airlines in Europa oder am Persischen Golf treiben. "Die einzigen Gewinner sind Lufthansa-Rivalen." Der Kurs der Lufthansa sei prinzipiell aber richtig, da die Konzernspitze die hohen Kostenstrukturen aufbrechen müsse.

 

(REU)
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