Streiks ab kommender Woche: Lufthansa will Piloten juristisch stoppen
zuletzt aktualisiert: 18.02.2010 - 14:45Frankfurt/Main (RPO). Die Deutsche Lufthansa lässt die Rechtmäßigkeit der angekündigten Piloten-Streiks juristisch überprüfen. Insbesondere gehe es dabei um die Frage, inwieweit der Ausstand verhältnismäßig sei, sagte ein Lufthansa-Sprecher.
Als mögliche Konsequenzen der Prüfung nannte er Schadenersatzforderungen gegen die Vereinigung Cockpit. Die Pilotenvereinigung hatte am Mittwoch zu einem viertägigen Streik ab Montag aufgerufen.
Allein die direkten Kosten des Ausstands schätze die Airline auf 100 Millionen Euro. Die Lufthansa wappne sich für den Ausstand und biete den Kunden unter anderem kostenlose Umbuchungen an, sagte der Sprecher. Zugleich forderte er die Vereinigung Cockpit auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Der Sprecher erklärte, die Lufthansa werde aber die Forderung der Piloten nach Mitsprache bei der strategischen Ausrichtung nicht akzeptieren.
Die Vereinigung Cockpit wies dies zurück. "Die Behauptung entbehrt jeglicher Grundlage. Zu keinem Zeitpunkt hat die Vereinigung Cockpit solche Forderungen aufgestellt", erklärte Ilona Ritter, Vorsitzende Tarifpolitik der Vereinigung Cockpit. Es sei nicht nachvollziehbar, "dass der Konzernvorstand einen Tarifkonflikt erheblichen Ausmaßes provoziert, indem er behauptet, eine Forderung nicht erfüllen zu können, die niemals aufgestellt wurde".
Der Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW) kritisierte den geplanten Streik als völlig unverhältnismäßig und schädlich für den Tourismusstandort Deutschland. "Die Lufthansa-Piloten sind mit Gehältern und Privilegien ausgestattet, die in Deutschland kaum eine andere Berufsgruppe erreicht. Es gleicht somit einer schlechten Posse, dass die Mehrzahl dieser Piloten ab Montag einen Teil des Landes lahmlegen will", erklärte BTW-Präsident Klaus Laepple.
Kritik kam auch vom Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI): "Ein Streik träfe das zarte Pflänzchen der wirtschaftlichen Stabilisierung nach der Krise", sagte BDI-Hauptgeschäftsführer Werner Schnappauf. Der Aufschwung sei noch nicht selbsttragend und beruhe momentan auf hohen Staatsschulden und statistischen Effekten.
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