Stiftung Warentest: Mängel bei Ikea-Fertighaus
zuletzt aktualisiert: 07.05.2010 - 14:29Hamburg/Berlin (RPO). Einige Ikea-Fertighäuser weisen nach Angaben der Stiftung Warentest erhebliche Mängel auf. So seien zum Beispiel die Außenwände einzelner Häuser so geplant, dass keine Schrauben oder Nägel in die Wände eingeschlagen werden dürfen und auch keine zusätzlichen Steckdosen installiert werden können.
Die Stiftung in Berlin hat nach eigenen Angaben mit Verbraucherzentralen den Bauvertrag für das Ikea-Reihenhaus in Wiesbaden-Auringen geprüft. Ikea kündigte am Freitag eine genaue Untersuchung der Vorwürfe an.
Die Warentester kritisierten außerdem, die Bauverträge enthielten unwirksame Änderungen: "Etliche Klauseln benachteiligen den Kunden gravierend." Der Käufer werde zum Beispiel in dem Vertrag verpflichtet, Strom- und Heizwärme von einem bestimmte Anbieter zu beziehen - und das 15 Jahre lang. Solange dürfe der Bewohner nicht zu einem günstigeren Energieversorger wechseln. Darüber hinaus behalte sich die Baufirma Änderungen an den Bauleistungen, den Bauplänen und der Baubeschreibung vor, ohne dafür triftige Gründe zu nennen.
Vom Kunden verlange Ikea außerdem die vollständige Schlussrate, auch wenn noch Restarbeiten ausstehen. Auch werde die Haftung der Firma für Baumängel unzulässigerweise eingeschränkt. Einen Fertigungstermin garantiere die Firma ebenfalls nicht.
Ikea zeigt sich gesprächsbereit
Ikea kündigte in einer ersten Stellungnahme an, zunächst das Gespräch mit der Stiftung Warentest zu suchen, um Klarheit über die Grundlagen der Untersuchung zu erhalten. "Wir können viele Punkte überhaupt nicht nachvollziehen - zum Beispiel, auf welche Verträge und welche Bauleistungen sich die Stiftung Warentest dabei bezieht", sagte Sabine Nold, Sprecherin von Ikea Deutschland in Hofheim-Wallau im Taunus. "Die Verträge für das Ikea-Haus unterscheiden sich in keinster Weise von den Verträgen, die in der Branche üblich sind".
Das Unternehmen, das eine genaue Prüfung ankündigte, sei vom Test überrascht worden, sagte Nold. Erste Ikea-Fertighäuser und -wohnungen sollen außer in Wiesbaden auch in Offenbach errichtet werden. Weitere Standorte sind geplant.
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