Machtpoker: MAN-Aufsichtsrat greift Volkswagen an
zuletzt aktualisiert: 27.01.2007 - 12:15München (RPO). Der Ton zwischen MAN und Volkswagen wird deutlich schärfer. "VW darf bei uns nicht das Sagen bekommen", erklärte MAN-Aufsichtsratsvize Lothar Pohlmann. MAN werde erbittert gegen derartige Pläne kämpfen, kündigte er an.
Der Poker um einen neuen Lastwagen-Riesen aus MAN, Scania und Teilen von Volkswagen geht in eine nue Runde. Sollte VW die Macht bei dem neuen Konzern übernehmen, drohe die Zerschlagung von MAN, sagte der MAN-Betriebsratschef und Aufsichtsratsvize Lothar Pohlmann im Nachrichtenmagazin "Focus". Erstmals griff Pohlmann VW direkt an: "Derartige Pläne werden wir erbittert bekämpfen."
Volkswagen ist der größte Aktionär sowohl von MAN als auch des schwedischen Lkw-Herstellers Scania. Angesichts des Widerstands von VW musste der Münchner Maschinen- und Nutzfahrzeugkonzern MAN sein Übernahmeangebot für Scania in der vergangenen Woche zurückziehen. MAN hatte gut zehn Milliarden Euro für Scania geboten und wollte gemeinsam mit dem brasilianischen Lkw-Geschäft von VW einen neuen Lkw-Konzern schmieden.
Die ablehnende Haltung des Wolfsburger Autokonzerns stößt bei Pohlmann auf Unverständnis. "VW hat uns geradezu ermuntert", sagte der Betriebsratschef im Hinblick auf das im Herbst abgegebene Übernahmeangebot.
Einen neuen Lastwagen-Konzern unter VW-Führung kann sich Pohlmann nicht vorstellen. Volkswagen fehle das nötige Know-how für das Lastwagen-Business, sagte er dem Magazin.
Der MAN-Aufsichtsratsvize stellte sich zudem hinter seinen Vorstandschef Hakan Samuelsson, den VW angeblich ablösen möchte. "Wir werden es nicht zulassen, dass VW Samuelsson absägt", betonte Pohlmann.
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