Übernahme scheint möglich: MAN bestätigt Interesse an Scania
zuletzt aktualisiert: 13.09.2006 - 12:13Stockholm/Wolfsburg (rpo). Der Lastwagen- und Maschinenbauer MAN hat sein Interesse an dem schwedischen Lkw-Hersteller Scania bestätigt. MAN teilte mit, man habe Interesse an einer Kombination beider Unternehmen. Nun deutet alles darauf hin, dass der deutsche Hersteller seinen schwedischen Konkurrenten schlucken will.
Der schwedische Lkw-Hersteller Scania erwartet nach eigenen Angaben ein Übernahmeangebot von MAN. Das Unternehmen habe Informationen erhalten, die Grund zu einer solchen Annahme böten, erklärte Scania am Dienstag nach Handelsschluss. Darüber habe Scania die Stockholmer Börse informiert. Die Aktien des Unternehmens waren zuvor wegen der Übernahmegerüchte um 9,3 Prozent gestiegen und wurden daraufhin in Stockholm vom Handel ausgesetzt.
Die MAN-Aktie legte an der Frankfurter Börse gestern bis kurz vor Handelsschluss um knapp 2,7 Prozent zu. Analysten waren unterschiedlicher Meinung über die Aussichten für das Zustandekommen einer derartigen Übernahme. Scania ist nach eigenen Angaben der drittgrößte Lkw-Bauer der Welt und beschäftigt 28.000 Mitarbeiter.
Der Münchner Lastwagen- und Maschinenbauer MAN hatte Anfang August das beste Halbjahr in der Konzerngeschichte verkündet und mehr Tempo beim Wachstum angekündigt. Dank der guten Konjunktur werde im Gesamtjahr der Umsatz von zuletzt 15 Milliarden Euro um rund 8 Prozent zulegen, sagte Vorstandschef Hakan Samuelsson bei der Vorlage der Zwischenbilanz. Zusammen mit Kostensenkungen werde sich das operative Ergebnis von zuletzt 700 Millionen Euro erheblich verbessern.
"Industrielles Interesse"
Volkswagen hatte sich im Jahr 2000 für 3,2 Milliarden Mark (1,63 Milliarden Euro) an Scania beteiligt. Hintergrund war die Absicht des damaligen VW-Chefs Ferdinand Piech, ein komplettes Programm vom Kleinwagen bis zum schweren LKW anzubieten. Volkswagen hatte vorher nur die Marke VW-Nutzfahrzeuge zu bieten, die vor allem aus den bekannten VW-Kleinbussen und Transportern besteht. In Brasilien baut VW Lastwagen bis 40 Tonnen, die in Europa nicht als konkurrenzfähig gelten.
Zuletzt hatte sich VW-Chef Bernd Pischetsrieder am 4. September auf einer Analystenkonferenz in London zum Thema Scania geäußert und erklärt, Volkswagen habe ein "industrielles Interesse" an Scania. VW hält laut Konzernsprecher 35 Prozent der Stimmrechtsanteile an Scania und 18,7 Prozent der Kapitalanteile.
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