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Schmiergeldaffäre: MAN feuert Manager - Aufsichtsrat will Klarheit

zuletzt aktualisiert: 10.10.2009 - 13:22

Hamburg/München (RPO). Fünf Monate nach der Aufdeckung von Schmiergeldpraktiken beim Verkauf von Bussen und Lkw im In- und Ausland hat der Münchner MAN-Konzern offenbar personelle Konsequenzen gezogen. Einem Medienbericht zufolge sei zum 1. Oktober nahezu die komplette Vertriebsführungsmannschaft ausgetauscht worden.

Wie das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" am Samstag vorab berichtete, sei von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt zum 1. Oktober nahezu die komplette Vertriebsführungsmannschaft der Nutzfahrzeugsparte in Deutschland ausgetauscht worden. Dort hätten drei Top-Manager gehen müssen, die nach einer Razzia Anfang Mai ins Visier der Ermittler geraten seien. Auch in Österreich sei der bisherige Statthalter ausgewechselt worden.

Rund ein halbes Dutzend weiterer Verkaufs- und Vertriebsmitarbeiter an verschiedenen Nutzfahrzeugstandorten in Deutschland seien bereits beurlaubt worden und sollen in den kommenden Wochen und Monaten ausgetauscht werden, berichtet das Magazin weiter. Einige von ihnen gälten schon seit längerem als Beschuldigte in dem Verfahren. Nun wolle die Konzernspitze mit der großangelegten Personalrochade das Signal zu einem Neuanfang setzen.

Der MAN-Aufsichtsrat will nach Angaben der "Süddeutschen Zeitung" (Samstagausgabe) bis zum Jahresende Klarheit haben über das Ausmaß der Korruptionsaffäre in dem Unternehmen. MAN-Vorstandschef Hakan Samuelsson müsse dem vom Autoindustriellen Ferdinand Piëch geleiteten Kontrollgremium bei dessen nächster Sitzung am 11. Dezember Rapport erstatten, berichtete die Zeitung.

Im Aufsichtsrat wird laut der Zeitung darauf gedrängt, "den Fall bis Ende des Jahres abschließen zu können" - zumindest, was die eigenen Nachforschungen und die Konsequenzen daraus anbelangt. Die Ermittlungen der Münchner Staatsanwaltschaft werden nach Angaben des Blattes noch länger dauern.

Quelle: DDP/jre

 
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