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Übernahme: MAN will für Scania nicht mehr zahlen

zuletzt aktualisiert: 19.09.2006 - 13:23

Frankfurt/Main/München (rpo). Nach Angaben des MAN-Chefs Hakan Samuelsson soll die Übernahme der Scania bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. Allerdings sei der Lastwagenhersteller MAN nicht bereit, ein höheres Angebot für seinen schwedischen Konkurrenten Scania abzugeben.

"Ich hoffe, dass wir es bis zum Jahresende schaffen, sonst geht es noch ein wenig ins Jahr 2007", sagte der Vorstandsvorsitzende der "Süddeutschen Zeitung". Alle Beteiligten müssten jetzt das Übernahmekonzept analysieren. "Wir sind jederzeit zu Gesprächen bereit. Wir haben keinen Zeitdruck und können in den kommenden Wochen in Ruhe diskutieren."

MAN hatte am Montag ein Übernahmeangebot in Höhe von 9,6 Milliarden Euro vorgelegt, das Scania umgehend zurückwies. Auch die beiden Scania-Großaktionäre VW und die schwedische Industriellen-Familie Wallenberg erteilten den Münchnern eine Abfuhr. Analysten gingen davon aus, dass die Aktionäre mehr Geld einnehmen wollen. Über VW hieß es in Branchenkreisen, der Konzern fürchte um seinen Einfluss auf das neue Unternehmen. Das vorgelegte Angebot hätte diesen nicht gewährleistet.

Samuelsson sagte: "Unser Angebot ist attraktiv. Wir haben ein gutes Konzept vorgelegt und wir zahlen eine Prämie von fast 40 Prozent auf den durchschnittlichen Aktienkurs der vergangenen Monate." Auf die Frage, ob er sich einen höheren Preis vorstellen könnte, sagte der Vorstandschef der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung": "Wir haben aber auch Verantwortung gegenüber unseren Aktionären von MAN und wollen nicht mehr bezahlen, als Scania wert ist."

"Wir betreiben kein Machtspiel"

Der "SZ" sagte Samuelsson weiter, Scania und MAN seien zwei starke Unternehmen, die sich nach dem Zusammenschluss auf den Zuwachs konzentrieren könnten. Im Markt sei eine Konsolidierung nötig. "Wir bilden hier eine internationale Gruppe, die beiden Seiten interessante Möglichkeiten bietet. Wir betreiben hier kein Machtspiel, sondern schaffen ein neues europäisches Unternehmen." Durch die Fusion würde der größte Hersteller von Nutzfahrzeugen in Europa geschaffen und die Nummer 3 auf dem Weltmarkt.

Samuelsson kann sich nach eigenen Angaben vorstellen, dass in dem neuen Unternehmen auch führende Scania-Manager eine Rolle spielen. "Mit allen, die ein Interesse haben, in der neuen Konstellation mitzuarbeiten, werde ich problemlos zusammenarbeiten. Ich sehe für das Scania-Management hier eine wichtige Rolle."

Der Vorstandschef nannte es "eine interessante Alternative", wenn VW nach der Übernahme eine Beteiligung an MAN anstreben würde. "Volkswagen wäre uns als Aktionär willkommen." MAN habe VW das Konzept vor einiger Zeit vorgelegt. "Mein Eindruck war, dass die Reaktion bei VW auf das Konzept positiv war", sagte Samuelsson.

Quelle: afp

 
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