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Indien empört über Tweet von Marc Andreessen
Zuckerberg weist Facebook-Investor zurecht

Mark Zuckerberg weist Facebook-Investor Marc Andreessen zurecht
Mark Zuckerberg umwirbt den indischen Markt. FOTO: dpa
Menlo Park. Ein im Silicon Valley hoch angesehener Investor hat mit einem Facebook-freundlichen Tweet 1,2 Milliarden Inder gegen sich aufgebracht. Jetzt geht selbst Facebook-Chef Mark Zuckerberg auf Distanz. 

Dabei hatte der amerikanische Investor Marc Andreessen sich mit seinen Äußerungen nur für die Interessen von Facebook eingesetzt. Er befasste sich mit der in Indien hitzig geführten Diskussion um einen kostenlosen Internet-Service des Online-Netzwerks und die Absage der indischen Regierung.

Andreessen hatte nach der Entscheidung in einem schnell wieder gelöschten polemischen Tweet geschrieben: "Anti-Kolonialismus war für das indische Volks über Jahrzehnte wirtschaftlich katastrophal."

Vor allem dieser Satz löste neben weiteren Vorwürfen an die indische Regierung einen Sturm der Kritik aus. Andreessen bemühte sich in einer Serie von Tweets, die Gemüter zu besänftigen. In Zukunft werde er das Kommentieren solcher Dingen Leuten mit mehr Wissen und Erfahrung überlassen. 

Zuckerberg nannte Andreessens Äußerungen am Mittwoch "sehr bestürzend" und betonte, sie entsprächen nicht den Ansichten von Facebook oder von ihm persönlich. Andreessen gehört dem einflussreichen Verwaltungsrat von Facebook an. Er entschuldigte sich bei Twitter für seinen Kommentar und versicherte, er sei "zu 100 Prozent gegen Kolonialismus".

I want to respond to Marc Andreessen's comments about India yesterday. I found the comments deeply upsetting, and they...

Posted by Mark Zuckerberg on  Mittwoch, 10. Februar 2016

Indische Behörden hatten Facebooks Projekt für den kostenlosen Zugang zu einigen Online-Diensten am Montag einen Riegel vorgeschoben. Die Regulierer untersagten Telekom-Anbietern grundsätzlich Ausnahmeregelungen für einzelne Services.

Davon ist auch Facebooks Angebot "Free Basics" betroffen, das neben dem weltgrößten Online-Netzwerk auch Zugang zu ausgewählten Bildungs-, Gesundheits- und Job-Diensten bot.

Die Branchenaufsicht TRAI verwies auf eine strikte Umsetzung der Regeln zur sogenannten Netzneutralität, nach denen alle Daten in den Netzen gleich behandelt werden müssen. Für Facebook war es eine schmerzhafte Niederlage - der US-Konzern hatte in den vergangenen Wochen angesichts des drohenden Verbots eine massive PR-Kampagne in dem Land organisiert.

(dpa)
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