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Lifestyle-Päpstin
Martha Stewart verkauft ihr Imperium für 350 Millionen Dollar

Martha Stewart verkauft ihr Imperium für 350 Millionen US-Dollar
Martha Stewart erlangte in den 90er Jahren Berühmtheit durch zahlreiche Fernsehauftritte. FOTO: ap
New York. US-Lifestyle-Päpstin Martha Stewart, die den Vorstädten des Landes mit ihren Haushalts- und Einrichtungstipps in den 90er Jahren ein neues Gesicht gab, hat ihr Imperium verkauft. Sie war vor allem durch Auftritte in Fernsehsendungen zu Berühmtheit gelangt. 

Ihre Firma Martha Stewart Living Omnimedia gab am Montag bekannt, dass sie ein Angebot des vor allem im Modebereich tätigen Vermarktungsunternehmens Sequential Brands Group über 353 Millionen Dollar (gut 311 Millionen Euro) angenommen habe. Nach Angaben beider Seiten soll die 73-jährige Stewart aber weiterhin ein großes Aktienpaket halten und zudem oberste Kreativdirektorin bleiben.

Die elegante Stewart war in den USA vor allem mit Fernsehsendungen zu Berühmtheit gelangt, in denen sie auf freche Art Tipps zu Haus und Garten gab. Unter anderem veröffentlichte sie zudem Kochbücher und Dekorationsratgeber.

Im Jahr 1997 gründete sie ihr Unternehmen, das beim Börsengang zwei Jahre später mit zwei Milliarden Dollar bewertet wurde. Unter dem Logo der Firma wurde fortan ein breit gefächertes Sortiment aus allen möglichen Produkten angeboten - von Küchenutensilien über Fußbodenbeläge und Vorhänge bis hin zu Wein.

Stewarts Firma nannte den Verkauf des Unternehmens eine "Fusion", die "das Wachstum und die Expansion der einzigartigen Martha-Haus- und Lifestyle-Marke fortführen" solle. Der Vermarkter Sequential erfasse "die Kraft und die grenzenlosen Möglichkeiten der Martha-Stewart-Marke und ihres eindrucksvollen Designs". Sequential gab an, die Übernahme der Stewart-Marken, darunter auch Kleidung, werde den Umsatz auf 3,75 Milliarden Euro steigern.

Stewarts Unternehmen hatte ihren Höhepunkt nach der Jahrhundertwende erlebt, als ihre Produkte von großen Handelsketten vertrieben wurden. Seit der Immobilienkrise des Jahres 2008 ging es für die Milliardärin aber bergab. Die Umsätze fielen von 328 Millionen Dollar im Jahr 2007 auf 142 Millionen Dollar im vergangenen Jahr. Vor drei Jahren endete ihre tägliche Fernsehshow. Die einstigen Erfolgszeitschriften "Martha Stewart Living" und "Martha Stewart Weddings" wurden verkauft.

Zuvor hatte Stewarts Ruf Schaden genommen, als sie im Jahr 2004 wegen Insidergeschäften für fünf Monate ins Gefängnis musste. Die Haftzeit war geprägt von Berichten über Beschäftigungsangebote Stewarts, die sie an ihre Mitgefangenen richtete - unter anderem Yogakurse und Anleitung beim Sammeln wilden Salats. Für Schlagzeilen sorgte sie zudem mit Beschwerden über das Essen in ihrem Gefängnis im Bundesstaat Virginia. Nach dem Ende der Haftzeit verließ sie die Haftanstalt stilecht - im Privatjet.

(AFP)
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