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Rückgang um 40 Prozent: Maschinenbau brechen die Aufträge weg

zuletzt aktualisiert: 10.02.2009 - 12:20

Frankfurt/Main (RPO). Die Krise erfasst auch den erfolgsverwöhnten deutschen Maschinen- und Anlagenbau. Weltweit sind die Aufträge um 40 Prozent zurückgegangen. Im Jahr 2009 rechnet sie mit einem realen Produktionsrückgang von sieben Prozent. 25.000 Arbeitsplätze stehen auf dem Spiel.

Die Prognose ist von extremer Unsicherheit geprägt, sagte VDMA-Hauptgeschäftsführer Hannes Hesse am Dienstag auf der Jahrespressekonferenz des Verbandes. Die Entwicklung des Auftragseingangs Ende 2008 und wahrscheinlich auch noch Anfang 2009 könne nicht als Maßgabe herangezogen werden für eine Jahresprognose, zumal nahezu täglich und weltweit Gegenmaßnahmen ergriffen würden, um wieder Vertrauen bei Banken und Unternehmen zu schaffen.

Die Aufträge der Branche gingen im Dezember im Inland um 39 Prozent zurück, die Nachfrage aus dem Ausland brach um 41 Prozent ein. Für das vierte Quartal 2008 lag damit der Auftragseingang 29 Prozent unter dem Vorjahreswert. Das Inland verlor 28 Prozent, das Ausland 30 Prozent. Das vierte Quartal zeigt damit das schlechteste Ergebnis seit 1958, wie der Verband erklärte.

"Fahren wie im Nebel auf Sicht" statt Planung

Trotz dieser Einbrüche verlief das Gesamtjahr 2008 noch sehr positiv, mit neuen Rekorden bei Umsatz, Produktion und Beschäftigtenzahl, wie Hesse und Wittenstein betonten. Der deutsche Maschinenbau verzeichnete ein Produktionsplus von nominal 8 Prozent und real 5,4 Prozent auf ein Volumen von 194 Milliarden Euro. Die Zahl der Beschäftigten wuchs um rund 40.000 auf geschätzt 975.000 Mitarbeiter.

Der Maschinen- und Anlagenbau sei der größte industrielle Arbeitgeber in Deutschland, noch vor der Autoindustrie, erklärte Hesse. Doch sei nun ein Verlust von 25.000 Arbeitsplätzen bei der Kernmannschaft der Betriebe möglich, davon allein 10.000 durch Insolvenzen.

Der Auftragseingang allerdings ging im Gesamtjahr um real 7 Prozent zurück. Das Auftragspolster der Betriebe reiche mit Stand Ende 2008 noch etwa für ein halbes Jahr, erklärte VDMA-Präsident Manfred Wittenstein. Es werde darauf ankommen, wann der Auftragseingang wieder anlaufe. Viele Kunden im In- und Ausland hätten mit wachsender Verunsicherung auf die Entwicklung reagiert und weitreichende Investitions- und Ausgabenstopps verhängt. Viele Unternehmen hätten ihre Planungen außer Kraft gesetzt und "fahren aktuell wie im Nebel auf Sicht", sagte Hesse.

"Expedition ungewissen Ausgangs"

Wittenstein erklärte, der Maschinenbau befinde sich "in einer Expedition ungewissen Ausgangs". Dennoch sei "ein gewisser Optimismus angebracht". Denn die Branche habe gelernt, mit der Krise besser umzugehen als vor 15 Jahren. Der Maschinenbau habe nach wie vor "die allerbesten Voraussetzungen, auf seinen langfristigen Wachstumspfad zurückzukehren". Allerdings müsse es der Politik gelingen, neues Vertrauen bei den Marktteilnehmern zu wecken. Sonst würden die Milliarden der Konjunkturprogramme nutzlos verpuffen.

Quelle: AP

 
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