Wirtschaftskrise: Maschinenbau droht Verlust von 50.000 Jobs
zuletzt aktualisiert: 11.03.2009 - 16:00Frankfurt/Main (RPO). Schlechte Nachrichten für ein wichtiges Standbein der deutschen Wirtschaft: Dem deutschen Maschinenbau droht wegen der Konjunkturkrise laut einem Branchenexperten bis 2010 ein massiver Produktionseinbruch und der Verlust von Tausenden Jobs.
"Wir rechnen mit einem Verlust von bis zu 50.000 Arbeitsplätzen in Deutschland und einem Leistungsrückgang von 50 Prozent", zitierte Bild.de Armin Schmiedeberg vom Beratungsunternehmen Bain & Company. Als Grund führte Schmiedeberg den massiven Einbruch von Aufträgen und einen prognostizierten Umsatzrückgang von 15 Prozent bis 2010 an. Eine Erholung werde es frühestens in drei bis fünf Jahren geben.
"Wer in der Vergangenheit bereits seine Eigenkapitaldecke und Barreserven strapaziert hat, dem droht in den nächsten sechs Monaten die Insolvenz", wurde Schmiedeberg weiter zitiert. Besonders betroffen von der Krise seien die Bereiche Werkzeug-, Textil- und Druckmaschinenhersteller. Anlagenbauer und Hersteller von Energietechnik zehrten noch von den gut gefüllten Auftragsbüchern.
Auftragseingang eingebrochen
Der Chefvolkswirt des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), Ralph Wiechers, sagte der AP auf Anfrage, in Teilbereichen gebe es derzeit einen Rückgang beim Auftragseingang von 50 Prozent. Wie lange die Talfahrt anhalte, könne derzeit aber niemand sagen. Die aktuelle Konjunktursituation sei bisher beispiellos, sowohl was das Tempo des Rückgangs als auch die globale Dimension anbelange.
Vergangene Woche hatte Branche erneut einen dramatischen Einbruch beim Auftragseingang berichtet. Im Januar gingen die Order um 42 Prozent zurück. Schon im Dezember hatte es ein Minus von 40 Prozent gegeben, im November ging es 30 Prozent nach unten und im Oktober 16 Prozent.
Anfang Februar dieses Jahres hatte der VDMA bereits in seiner Jahresprognose eine Durststrecke vorhergesagt. Wegen des globalen Nachfragerückgangs erwartet die Branche, dass die Produktion im laufenden Jahr um 7 Prozent zurückgeht. Das entspräche dem stärksten Minus seit 1993. Etwa 25.000 Jobs könnten wegfallen. Ende Dezember 2008 beschäftigte die Branche noch 976.000 Mitarbeiter.
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