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happy meal mcdonalds fast food panorama 2010-1110
  Foto: AP, AP
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Testversuch in Paris: McDonald's bietet Salatbar statt Burger

VON SYLVIE STEPHAN - zuletzt aktualisiert: 17.02.2011 - 08:47

Paris (RPO). Statt Burger und Pommes gibt es Rucola und Radicchio, statt nach heißem Fett riecht es nach frischem Kaffee und Makronen. Bienvenue in Frankreich, doch nicht in irgendeinem Feinschmeckerlokal, sondern bei McDonald's!

Testlauf in der Stadt der Liebe: In Paris kann man bei McDonald's jetzt eine reichhaltige Salatbar genießen.  Foto: RP/Sylvie Stephan
Testlauf in der Stadt der Liebe: In Paris kann man bei McDonald's jetzt eine reichhaltige Salatbar genießen. Foto: RP/Sylvie Stephan

Genauer, in einer neuen Filiale in Paris: "Cafés & Salade" – ein Test am Rande der französischen Hauptstadt, im modernen Büro- und Hochhausviertel, La Défense.

"Wir sind die erste eigenständige Salatbar von McDonald's, es ist ein einmaliges Konzept", sagt Filialleiter Louis Esnon mit glänzenden Augen. Gerade mal 25 Jahre alt ist er und hat schon bei mehreren klassischen McDonald's Restaurants gearbeitet. Doch das hier ist neu, auch für ihn: "Alles wird frisch zubereitet, die Gäste können ihren Salat selbst zusammenstellen und bei der Zubereitung zuschauen."

28 Chromschüsseln mit Zutaten von Crevetten über getrocknete Tomaten bis hin zu frischem Koriander breiten sich vor dem Kunden aus, dahinter schimmern in grün die Salatvarianten: Batavia, Feldsalat, Spinatblätter. Schnell vermengen die grün beschürzten Mitarbeiter alle Zutaten in glitzernden Chromschüsseln, hacken mit großen Messern alles klein und verfeinern das Ganze mit einem Schuss Balsamico-Essig und Olivenöl. Serviert wird nicht in braunem Packpapier zum Mitnehmen, sondern in grün-weißen Schüsseln auf Holztabletts, die persönlich an den Tisch gebracht werden.

Albert, Mitte vierzig mit Brille, ist begeistert. Es ist sein dritter Besuch hier, seit die neue Bar vor drei Monaten geöffnet hat. Diesmal hat er einen Fusion-Salat mit gewürztem Hühnchen, Ananas und Cajou-Nüssen gewählt und an dem langen Holztisch unter den Chromleuchtern Platz genommen: "Es ist fantastisch. Wo sonst bekomme ich so originelle Zutaten zu einem recht günstigen Preis, dazu werde ich bedient."

So scheinen das auch viele andere Kunden zu sehen. Gegen 12.20 Uhr reicht die Menschenschlange bereits bis vor die Tür. Und das im Mutterland der Gastronomie, wo 1999 noch der bekannte Bauernführer José Bové eine McDonald's-Filiale kurz und klein schlagen ließ, im Kampf gegen das, was er "malbouffe" nennt, amerikanischen "Einheitsfraß".

Doch tatsächlich verzeichnet McDonald's in Frankreich – anders als im übrigen Westeuropa – seit Jahren schon einen regelrechten Boom. Seit die Imbiss-Kette 1979 den Sprung nach Frankreich wagte, ist das Land zum zweiten Markt weltweit aufgestiegen, gleich nach den USA, mit inzwischen rund 1200 Filialen, 1,7 Millionen servierten Essen pro Tag und Verkaufszahlen, die sich auf 3,6 Mrd. Euro summieren.

Der rasante Erfolg lässt sich nur teilweise mit der wachsenden Fastfood-Begeisterung der Franzosen erklären, liegt aber vielmehr an der gezielten Strategie, die explizit auf die französische Kundschaft zugeschnitten ist. Außer Burgern und Pommes gibt es jenseits des Rheins speziell auf den Landesgeschmack abgestellte Gerichte: Etwa den "Croque McDo" – eine Anspielung auf den beliebten Schinken-Käse-Toast "Croque Monsieur"; oder Käse-Sandwich-Wochen, die auf die verschiedenen Käse-Regionen Frankreichs abzielen: "McSavoyard" heißen dann die Sandwichs, "McAuvergne" oder – das ist die nächste Aktion - "Hamburger Cantal".

In den zahlreichen McCafés, die es auch in Deutschland gibt, werden zudem zum café au lait landestypische Süßwaren wie "pains au chocolat" oder Makronen serviert, und das zu wesentlich günstigeren Preisen als in traditionellen Pariser Cafés. Außerdem entsprechen die Menus mit Vollkornbrot, Obst und Joghurts aus biologischem Anbau sowie zunehmend mehr Salaten den neuen Erwartungen der Verbraucher.

In diese Richtung stößt eben auch die neue Salatbar im Viertel La Défense. Dies, gekoppelt mit dem modernen Design der Filiale, so gibt sich Louis Esnon überzeugt, soll die Marke wegführen vom Boulettenbrater-Image im Dekor der 70er Jahre hin zum angesagten, eleganten Restaurant von heute. "Meine Filiale ist ein Versuchslabor, doch ich glaube fest daran, dass die Erfahrung ein Renner wird, der sich auf ganz Frankreich oder gar international ausdehnen lässt."


 
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