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Mit Investmentfonds: MDR verspekulierte angeblich Millionen

zuletzt aktualisiert: 16.04.2009 - 16:02

Berlin (RPO). Der Mitteldeutsche Rundfunk soll erneut Millionen bei hochspekulativen Finanzanlagen verloren haben. Nach einem Medienbericht hatte der Sender Ende 2005 knapp 537 Millionen Euro in Fonds angelegt, um stille Rücklagen zu bilden.

Ärger für den MDR.  Foto: RPO
Ärger für den MDR. Foto: RPO

"Diese sind im Zuge der sich seit Mitte 2008 verschärfenden Finanzkrise deutlich zurückgegangen", zitiert die "Bild"-Zeitung aus einem Bericht des Landesrechnungshofs Sachsen für den Landtag in Dresden. Der Sender wies die Vorwürfe zurück.

Bereits in den Jahren 2000 und 2002 hatte die öffentlich-rechtliche Sendeanstalt einräumen müssen, bei Investitionen in ausländische Wertpapiere Millionen eingebüßt zu haben. In dem Bericht des Rechnungshofs, dessen Kurzfassung der AP vorliegt, heißt es jetzt: "Aufgrund der sich seit Mitte 2008 verschärfenden Finanzkrise verzeichnete allerdings auch der MDR erhebliche Bewertungsabschläge auf die in den Fonds gehaltenen Aktienbestände und damit einen deutlichen Rückgang stiller Reserven."

Der Sender erklärte dagegen am Nachmittag, es habe keine Ausfälle gegeben. Die Durchschnittsverzinsung aller Fonds des MDR seit Auflegung belaufe sich immer noch auf 3,7 Prozent pro Jahr. "Das heißt im Klartext, dass nicht ein Euro der Rundfunkgebühren verloren gegangen ist", äußerte der Sender in einer von MDR-Sprecher Stefan Mugrauer versandten Pressemitteilung. Es bleibe festzuhalten, dass die "populistische Berichterstattung einiger Medien nicht haltbar und durch den Bericht der Landesrechnungshöfe keinesfalls gedeckt" sei.

Laut Mugrauer hat der MDR nicht in risikobehaftete Geldanlagen investiert. Er räumte allerdings ein, dass es zwischen den Landesrechnungshöfen und dem Sender unterschiedliche Auffassungen bezüglich der Zuordnung einzelner Wertpapierarten gegeben habe. So seien Genussscheine von den Rechnungsprüfern nicht als Aktien angesehen worden. "Da diese Wertpapiere rentenähnlichen Charakter haben, waren sie zu Recht nicht dem Aktienanteil zuzurechnen", erläuterte der MDR-Sprecher.

"Geldanlagen unverzichtbar"

Geldanlagen seien unverzichtbar, weil sie zur Bedienung zukünftiger Verpflichtungen wie Leasingraten für die Landesfunkhäuser, Betriebsrenten sowie anderer Verbindlichkeiten benötigt würden. Es wäre fahrlässig, wenn man vereinnahmte Gelder, die nicht sofort ausgegeben werden könnten, nicht arbeiten ließe und auf Zinserträge verzichte, argumentierte Mugrauer. Bei diesen Anlagen könnten stille Reserven entstehen. "Die Anlagepolitik des MDR ist seriös und erfolgreich", fügte der MDR-Sprecher hinzu.

Es ist nicht das erste Mal, dass der MDR mit Finanzspekulationen Aufmerksamkeit erregt. Schon im Oktober 2000 war ans Licht gekommen, dass die ostdeutsche Drei-Länder-Anstalt bei einem Geschäft mit Ecuador-Anleihen 2,6 Millionen Mark verloren hatte. Im Juni 2002 wurde dann bekannt, dass durch Geschäfte mit Argentinien-Anleihen etwa 9,3 Millionen Euro Verlust entstanden waren.

Quelle: DDP

 
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