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Streit mit Kellerhals droht zu eskalieren
Media-Saturn beruft Metro-Vorstand Haas offiziell zum Chef

Media-Saturn: Metro-Vorstand Pieter Haas wird neuer Chef
Jetzt auch offiziell Chef der Metro-Tochter "Media-Saturn": Pieter Haas FOTO: dpa, mac hak vfd
Düsseldorf. Der Streit um Media-Saturn könnte sich weiter verschärfen: Der von Minderheitseigner Erich Kellerhals heftig kritisierte Vize-Chef der Metro-Tochter, Pieter Haas, soll nun offiziell an die Spitze von Europas größtem Elektronikhändler rücken.

Haas sei von der Media-Saturn-Geschäftsführung einstimmig zum Vorsitzenden des Vorstands gewählt worden, sagte ein Media-Saturn-Sprecherin am Donnerstag. Er solle sein neues Amt zum 1. Januar 2016 antreten. Doch die Personalie dürfte für Zündstoff sorgen. Denn Kellerhals hatte Haas immer wieder vorgeworfen, seine Mitspracherechte bei Media-Saturn aushebeln zu wollen. "Meine Empfehlung: Pieter Haas muss schnellstens ersetzt werden", hatte Kellerhals etwa jüngst auf seiner Internet-Seite geschrieben.

Ein Sprecher von Kellerhals' Investmentgesellschaft Convergenta wollte sich am Donnerstag nicht zu der Berufung von Haas äußern. Der Düsseldorfer Konzern liefert sich seit Jahren einen erbitterten Machtkampf mit Kellerhals. Der Milliardär hält zwar nur eine Minderheitsbeteiligung von 21,62 Prozent an Media-Saturn, verfügt aber über umfassende Veto-Rechte. Kellerhals hatte immer wieder versucht, Haas aus dem Amt zu entfernen. Er sieht den Manager als verlängerten Arm der Metro, denn Haas ist zugleich auch Vorstandsmitglied bei dem Düsseldorfer Handelsriesen.

Daran solle sich auch in Zukunft nichts ändern, sagte ein Metro-Sprecher. Darüber hinaus wollte er sich nicht äußern. Der Düsseldorfer Handelsriese hatte Haas im Mai 2014 als stellvertretenden Vorsitzenden und Interimschef in den Media-Saturn-Vorstand entsandt. Zuvor hatte Media-Saturn-Chef Horst Norberg entnervt das Handtuch geworfen. Kellerhals hatte im Internet mit einer Stellenanzeige nach einem Nachfolger für ihn gesucht.

Kellerhals und Metro hatten sich in der Folge nicht auf einen neuen Chef einigen können, Haas amtierte deshalb als Vize-Chef. Mit der Abstimmung des Vorstands soll sich das nun ändern. Media-Saturn hatte im abgelaufenen Geschäftsjahr den Umsatz auf 21,7 (Vorjahr: 20,98) Milliarden Euro gesteigert, der operative Gewinn (Ebit) vor Sonderfaktoren kletterte auf 442(356) Millionen Euro. Metro-Chef Olaf Koch hatte Haas bei der Bilanzvorlage am Dienstag ausdrücklich bescheinigt, einen guten Job zu machen. Doch nicht alles läuft bei Media-Saturn glänzend: Bei der Online-Tochter Redcoon kriselt es etwa.

(Reporter: Matthias Inverardi, redigiert von Olaf Brenner; Bei Rückfragen wenden Sie sich an die Redaktionsleitung unter den

(p-m/REU)
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