Wegfall von Sendungen: Medienanstalt droht Sat.1 mit Konsequenzen
zuletzt aktualisiert: 17.07.2007 - 12:30Ludwigshafen (RPO). Nach der Ankündigung, Nachrichtensendungen zu streichen und Mitarbeiter zu entlassen, drohen dem Sender Sat.1 nun Konsequenzen. Die rheinland-pfälzische Landesanstalt für Medien und Kommunikation (LMK) droht damit, Sat.1 seine Privilegien bei der Einspeisung ins Kabelnetz zu entziehen, wenn der Sender kein Vollprogramm mehr biete.
Es könne nicht sein, dass das Programm baden gehe, um die Renditeziele der Eigentümer zu erreichen, sagte LMK-Direktor Manfred Helmes am Dienstag der AP.
Allerdings: Die Landesmedienanstalten entscheiden nur über höchstens die Hälfte der Kabelplätze. Über den Rest entscheiden die Kabelnetzbetreiber selbst. Die Konsequenz: Wahrscheinlich wird keiner der Kabelnetzbetreiber dieses Landes darauf verzichten, Sat.1 einzuspeisen.
Helmes sagte, nicht allein die öffentlich-rechtlichen Sender hätten bestimmte Aufgaben bei der medialen Versorgung der Bevölkerung: "Auch private Sender sind zu einem Vollprogramm in abgespeckter Form verpflichtet." Der LMK-Direktor warnte vor den Folgen eines wirtschaftlichen "Schneeballsystems", bei dem Medienkonzerne sich gegenseitig aufkaufen und zerlegen würden. Dies würden die Medienwächter auf die Dauer nicht mitmachen: "Und ich hoffe, dass die Politik es auch nicht mitmacht."
Sat.1 wurde 1984 als erster deutscher Privatsender in Ludwigshafen gegründet. Aus diesem Grund ist die rheinland-pfälzische Landesmedienanstalt für die Medienaufsicht über den Sender verantwortlich, der seinen Sitz mittlerweile in Berlin hat.
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