kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Arcandor Chef Eick Panorama ddp 2009
  Foto: ddp, ddp
Kommentare ()

Arcandor-Chef tritt ab: Merkel kritisiert Eicks Millionen-Abfindung

zuletzt aktualisiert: 01.09.2009 - 16:48

Essen (RPO). Das Insolvenzverfahren über Arcandor ist eröffnet. Konzern-Chef Eick tritt ab. Seine 15-Millionen-Abfindung zum Wahlkampfthema. Kanzlerin Angela Merkel hat sich empört über die erwartete 15-Millionen-Euro-Zahlung an Karl-Gerhard Eick geäußert.

"Wenn jemand, der ein insolventes Unternehmen leitet, für sechs Monate Arbeit das gesamte Gehalt für fünf Jahre bekommt, wie der Herr Eick in Höhe von 15 Millionen, dann habe ich dafür absolut kein Verständnis", sagte die CDU-Chefin am Dienstag in einem Interview des "Bayerischen Rundfunks". "Da muss man überlegen, was man da machen kann."

Sie kritisierte darüber hinaus die Praxis einiger Banker, die neuen gesetzlichen Verdienstregeln zu umgehen und nannte dabei die Commerzbank, an der der Staat beteiligt ist. "Wir haben viel Ärger mit Altverträgen, wo die Leute, kurz bevor wir unsere Regeln verabschiedet haben, noch gute Zahlungen arrangiert haben", sagte die Kanzlerin. "Das finde ich moralisch nicht in Ordnung." Rechtlich sei es allerdings schwer zu unterbinden.

"Ich bin nicht gierig"

Eick selbst verteidigte am Montag seine Abfindung und rechtfertigte sie mit dem hohen Risiko, das er bei seinem Wechsel zum Essener Konzern eingegangen sei: "Ich bin nicht gierig, aber ich bin auch nicht blöd. Eine so hochriskante Aufgabe ohne Absicherung zu übernehmen, das macht kein vernünftiger Mensch", erklärte der 55-Jährige. Er habe zwar Verständnis für die öffentliche Empörung, "weil es ein unheimliches Geld ist". Die Summe von 15 Millionen Euro orientiere sich aber an dem Betrag, den er als Finanzvorstand bei der Telekom verdient hätte.

Ihn habe die Aufgabe gereizt, betonte der Manager. "Es ist eine wirklich große Herausforderung gewesen zu versuchen, ein Unternehmen zu retten, dass in solchen Schwierigkeiten steckt. Da bereue ich überhaupt nichts. Der Versuch war es wert - auch im Interesse der Mitarbeiter."

Eick will fünf Millionen spenden

Nach einem Bericht der "BILD"-Zeitung will Eick bis zu einem Drittel seiner Abfindung an die Beschäftigten des Konzerns weiterreichen. "Ich will das Geld für Mitarbeiter des Arcandor-Konzerns spenden, um soziale Härten wegen der Insolvenz abzufedern. Denkbar ist, dass unter anderem behinderte Menschen sowie andere sozial bedürftige Mitarbeiter unterstützt werden", zitierte ihn das Blatt. Details müssten aber noch geklärt werden.

Nach der Eröffnung des formellen Insolvenzverfahrens dürften schon bald die ersten harten Sanierungsmaßnahmen durchgeführt werden. Insgesamt droht nach früheren Angaben rund 3.700 Mitarbeitern der Arcandor-Versandhandelstochter Primondo der Verlust des Arbeitsplatzes. Die defizitären 109 Quelle Technik Center sollen schon bald geschlossen und die Quelle-Shops von 1.450 auf rund 1.000 reduziert werden. Außerdem stehen noch 19 der 126 Karstadt-Waren- und Sporthäuser zur Disposition. Pro Filiale sind durchschnittlich zwischen 120 bis 250 Mitarbeiter beschäftigt.

Eick hatte seinen Posten Anfang März angetreten. Nur wenig später stellte er sein Sanierungskonzept für den angeschlagenen Konzern vor. Doch Eick scheitert mit seinem Bemühen um die dafür notwendige Staatshilfe. Am 9. Juni musste Arcandor wegen drohender Zahlungsunfähigkeit Insolvenzantrag stellen. Eick macht sich auf die Suche nach einem Ankerinvestor, doch auch diese Bemühungen fanden kein positives Ende.

Mit Eick beenden auch Finanzvorstand Rüdiger Günther, Einkaufsvorstand Arnold Mattschull, Warenhaus-Vorstand Stefan Herzberg, Restrukturierungs-Vorstand Zvezdana Seeger und Touristik-Vorstand Manny Fontenla-Novoa ihre Tätigkeit. Primondo-Vorstand Marc Sommer bleibt im Amt. Er solle weiterhin den Verkaufsprozess und die operative Steuerung seines Verantwortungsbereichs unterstützen, hieß es.

Quelle: DDP/can

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Banken geizen wieder mit Krediten

Wie zu Zeiten der Lehman-Pleite

Banken geizen wieder mit Krediten

Die Krise setzt den Banken kräftig zu: Auf den Finanzmärkten wächst das Misstrauen immer weiter. Rund um den Globus drosseln die Institute i ... mehr 

EM im Büro - Rechte und Pflichten

Vorher Chef fragen

EM im Büro - Rechte und Pflichten

Auch wenn die deutsche Elf kickt - Arbeitnehmer dürfen im Büro nicht ohne Absprache mit dem ... mehr 

Mehr Wirtschaft
Aus der Region

Wie zu Zeiten der Lehman-Pleite

Banken geizen wieder mit Krediten

Startkapital für Kleinstunternehmer

Mikrokredite – die Alternative zu Bankdarlehen

Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

Mehr als 140 Tote bei Fluzeugabsturz in Nigeria

Bei einem Flugzeugabsturz am Sonntagabend in Nigeria sind vermutlich alle 147 Passagiere ums Leben gekommen. Auch am Boden gab es Opfer. mehr 

Top-Services
 
Anzeige:
Weitere Videos unter www.nrw-business.tv
Politik-Nachrichten
Pressestimmen Europa Deutschland

Nach der Wahl von Kipping und Riexinger

Linke Angst vor der Bedeutungslosigkeit

Die Wahl des Führungsduos zerrt in der Linken an den Nerven. Umso mehr mahnen führende Politiker, wieder zur Sacharbeit zurückzukehren. Von Dana Schülbe  mehr

 
Oscar Lafontaine beim Linken-Parteitag in Göttingen.

Der Parteitag der Linken

Lafontaine-Lager setzt sich durch

Die ostdeutschen Landesverbände mussten beim Parteitag der Linken in Göttingen eine Niederlage einstecken. Bernd Riexinger und Katja Kipping setzten sich in einer Kampfabstimmung als neue Parteichefs durch. Damit behält das Lafontaine-Lager die ... von Eva Quadbeck  mehr

 

Besuch bei der EM

Merkel entscheidet spontan

 
 

Dramatischer Appell von Joschka Fischer

"Das europäische Haus steht in Flammen"

 

Angebliche Propaganda-Veranstaltung

Nordkorea droht mit Raketenangriff auf Medien

 

Vor schwarz-gelbem Koalitionsgipfel in Berlin

Selbstbewusste FDP stichelt gegen CSU

 
Strom-Rechner

kWh
vergleichen