Nach öffentlichem Aufschrei: Merrill-Lynch-Chefs verzichten auf Boni
zuletzt aktualisiert: 09.12.2008 - 13:23Washington (RPO). Öffentliche Proteste haben die Spitze der US-Bank Merrill Lynch zum Handeln gezwungen. In diesem Jahr wird sie auf Bonuszahlungen verzichten. Bankchef John Thain und vier weitere Top-Manager des Instituts hätten den Verwaltungsrat darum gebeten, teilte die Bank am Montag (Ortszeit) mit. Das Gremium habe dem stattgegeben.
Das "Wall Street Journal" hatte vor der Sitzung berichtet, Thain wolle einen Bonus von zehn Millionen Dollar. In dem Bericht hatte es geheißen, Thain denke, er verdiene einen Bonus, obwohl die Bank in diesem Jahr fast pleite gegangen wäre. Thain argumentiere, dass er eine Krise schlimmeren Ausmaßes verhindert habe.
Der Justizminister des US-Bundesstaats New York hatte die Bank daraufhin in einer scharf formulierten Erklärung vor der Zahlung von Boni gewarnt. Auch andere Politiker äußerten ihre Empörung über mögliche Bonuszahlungen, zumal Merrill Lynch im Zuge der Krise wie die meisten großen Banken auch Steuergelder erhalten hatten.
Thain, Ex-Chef der New Yorker Börse, steht seit Ende 2007 an der Spitze von Merrill Lynch. Sein Grundgehalt beträgt laut Zeitung 750. 000 Dollar im Jahr. Merrill Lynch war Mitte September angesichts eines drohenden Bankrotts unter das Dach der Bank of America geflüchtet.
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