Ehemalige Quelle-Hausmarke: Metro greift nach Privileg
zuletzt aktualisiert: 27.11.2009 - 15:58Düsseldorf (RPO). Deutschlands größter Handelskonzern Metro greift nach der ehemaligen Quelle-Hausmarke Privileg. Der Handelsriese verhandelt zurzeit mit dem Otto-Konzern über die Rechte an der Marke. Otto hatte die Rechte an der Marke Privileg erst vor drei Wochen aus der Insolvenzmasse erworben.
Der Hintergrund: Metro will in den kommenden Jahren das Geschäft mit Eigenmarken deutlich ausbauen, um so die eigene Rentabilität zu erhöhen. Die Gewinnspanne bei diesen Produkten ist deutlich höher als bei Markenartikeln. Privileg wäre vor allem für die Elektronikmarktketten des Konzerns, Media Markt und Saturn, interessant.
Die "Financial Times Deutschland" ("FTD") berichtete, Knackpunkt der Verhandlungen sei bislang der Preis. Außerdem sei die Metro nicht der einzige Interessent. Otto prüfe auch eine Weitergabe der Markenrechte gegen Gebühr. "Die Lizenzrechte sind zu vergeben nicht zu verkaufen", zitierte das Blatt einen Otto-Sprecher.
Privileg ist vor allem in Deutschland bekannt
Doch gilt die Metro laut "FTD" als aussichtsreichster Kandidat für die Übernahme der Traditionsmarke. Aus Sicht des Handelsriesen wird der Wert von Privileg allerdings dadurch eingeschränkt, dass die Marke nur in Deutschland und Österreich bekannt ist. In den anderen europäischen Ländern müsste der Konzern deshalb noch Geld in die Hand nehmen, um den Bekanntheitsgrad zu steigern.
Dennoch gelte Privileg bei der Metro als attraktive Basis für die neue Eigenmarkenstrategie, berichtete die "FTD". Denn die Übernahme würde es dem Konzern zumindest auf dem Heimatmarkt ersparen, mühsam eine eigene Handelsmarke zu etablieren. Außerdem müsste Metro dann nicht fürchten, dass ihm ein Konkurrent mit dem etablierten Namen Privileg Konkurrenz macht.
Der Hamburger Versandriese Otto hatte sich Anfang November in einem offenen Bieterverfahren den Markennamen des früheren Erzkonkurrenten Quelle und einiger Quelle-Marken wie etwa Privileg gesichert. Nach eigenen Angaben hatte das Unternehmen aber zunächst keine Pläne für die neuerworbenen Marken. "Ob und wie wir das nutzen ist völlig offen", sagte ein Konzernsprecher damals. Er schloss auch eine Lizenzvergabe oder einen Weiterverkauf nicht aus.
Ostdeutsche Orwo Net kauft Markenrechte an Foto Quelle
Unterdessen sicherte sich der ostdeutsche Fotodienstleister Orwo Net die Markenrechte an Foto Quelle und weiteren Labels wie Revue. "Mit der Übernahme stärken wir unser Endkundengeschäft", sagte Orwo Net-Geschäftsführer Gerhard Köhler und bestätigte damit einen Bericht der "Mitteldeutschen Zeitung" (Samstagausgabe). Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden.
Im Zuge der Übernahme werde bis zu 15 der bisher 28 Foto-Quelle-Mitarbeiter am Stammsitz Bitterfeld-Wolfen (Sachsen-Anhalt) ein neuer Arbeitsplatz angeboten. Orwo Net selbst beschäftigt rund 230 Mitarbeiter. Orwo Net und Foto Quelle begannen den Angaben zufolge bereits 2005 nach der Schließung des Foto Quelle-Großlabors bei Nürnberg mit ihrer Zusammenarbeit.
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