Außerordentliche Bezirkskonferenz: Meyer-Lauber ist neuer DGB-NRW-Chef
VON MAXIMILIAN PLÜCK - zuletzt aktualisiert: 18.09.2010 - 17:01Düsseldorf (RP). Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) in NRW hat einen neuen Vorsitzenden. Auf einer außerordentlichen Bezirkskonferenz wählten die Delegierten am Samstag den bisherigen NRW-Chef der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Andreas Meyer-Lauber, zum Nachfolger von Guntram Schneider.
Schneider war im Juni als Arbeitsminister in das Kabinett von Hannelore Kraft gewechselt. 72 der 91 abgegebenen Stimmen (79 Prozent) entfielen auf den neuen Vorsitzenden, der als einziger Kandidat angetreten war. Zuvor hatte er die Vertreter der acht DGB-Gewerkschaften mit einer kämpferischen Rede eingeschworen: Unter lautem Beifall geißelte er die „haarsträubend ungerechte Verteilung von Einkommen und Vermögen in Deutschland“.
Von den Profiten des Aufschwungs müssten alle profitieren, sagte Meyer-Lauber und forderte „kräftige Lohnerhöhungen“, um die Inlandsnachfrage anzukurbeln. Zudem müsse der Gesetzgeber darauf achten, dass Deutschland nicht zum Niedrigsteuerland für Reiche werde. Der neue DGB-Chef ermutigte die Landesregierung dazu, mit den Unternehmen eine Selbstverpflichtung zur Ausbildungsplatzgarantie auszuhandeln, forderte eine gesetzliche Einschränkung von Leiharbeit und befristeten Arbeitsverhältnissen sowie die Abschaffung der Kita- und Studiengebühren.
Meyer-Lauber kündigte an, der fortschreitenden Deregulierung des Arbeitsmarktes entgegenzutreten. „Gemeinsam mit den Gewerkschaften werde ich mich dafür einsetzen, dass wir in NRW die Nummer eins für gute Arbeit werden.“
Der 58-Jährige stammt gebürtig aus dem münsterländischen Ahlen, lebt aber inzwischen mit seiner Frau und den zwei Kindern in Hagen. Das SPD-Mitglied unterrichtete an verschiedenen Gymnasien und Gesamtschulen die Fächer Deutsch und Sozialwissenschaften, eher er sich vollständig auf die Gewerkschaftsarbeit konzentrierte.
Seit 2004 ist er Chef der GEW in NRW, erst in diesem Jahr war er als Vorsitzender zum zweiten Mal bestätigt worden. Die Industriegewerkschaften hatten sich für eine Kandidatur Meyer-Laubers ausgesprochen, Verdi dagegen wollte, dass der ehemalige DGB-Chef von Köln und heutige Verdi-Gewerkschaftssekretär Wolfgang Uellenberg-van Dawen das Amt übernimmt. Dieser hatte jedoch vor wenigen Tagen seine Kandidatur zurückgezogen und Meyer-Lauber das Feld überlassen.
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