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Berlin, Düsseldorf, Köln und Bonn: Mieten steigen im Eiltempo

zuletzt aktualisiert: 04.09.2010 - 21:50

Berlin (RPO). Etliche Bürger haben es bereits am eigenen Leib erfahren: Erstmals seit fast 20 Jahren steigen die Mieten in Deutschland rapide. Neumieter müssen einem Zeitungsbericht zufolge in kreisfreien Städten heute durchschnittlich fünf Prozent mehr bezahlen als vor einem Jahr. Eine Wohnung, die damals 1.000 Euro im Monat gekostet habe, koste jetzt 1.050 Euro.

In vielen einzelnen Städten stiegen die Mieten noch stärker, schreibt die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" unter Berufung auf das renommierte Immobilien-Marktforschungsinstitut Empirica. In Berlin koste das Wohnen heute 14 Prozent mehr als vor einem Jahr, in Düsseldorf 13 Prozent, in Köln und Bonn 12 Prozent. Auch in Hamburg und Frankfurt seien die Mieten überdurchschnittlich gestiegen, nämlich um 7 Prozent.

Grund für die Mieterhöhungen sei, dass viele Städte seit Jahren an Einwohnern gewonnen hätten, die noch dazu immer häufiger allein lebten, sagte Empirica-Immobilienexperte Reiner Braun der "FAS". Es seien aber nicht so viele neue Wohnungen gebaut worden. In diesem Jahr habe dann der Aufschwung gewirkt: "Die Leute sind zuversichtlicher geworden und ziehen auch eher einmal um. Deshalb können die Vermieter höhere Mieten durchsetzen."

Nun hätten die Vermieter einiges nachzuholen. Seit 1993 seien die Mieten kaum gestiegen, sagte der Marktforscher Andreas Schulten vom Institut Bulwien Gesa. "Relativ zu den Einkommen ist Wohnen in Deutschland 17 Jahre lang billiger geworden. Da setzt nun ein Nachholeffekt ein."

Auch in kleineren Städten können die Mieten dem Blatt zufolge schnell steigen. In Zweibrücken beispielsweise hätten die Preise um 12 Prozent angezogen, in Jena um 10 und in Rostock um 8 Prozent. Nach wie vor gebe es allerdings Städte, in denen die Mieten nur langsam stiegen. In München beispielsweise seien neu vermietete Wohnungen nur 3 Prozent teurer als vor einem Jahr, in Stuttgart 2 Prozent. In Kiel seien die Mieten sogar um 4 Prozent gesunken.

Im Durchschnitt über ganz Deutschland habe Empirica eine Mietsteigerung von 3,4 Prozent ermittelt. Die Zahlen beziehen sich auf inserierte Kaltmieten für die Vermietung von 60- bis 80-Quadratmeter-Wohnungen mit gehobener Ausstattung, die frühestens im Jahr 2000 gebaut wurden.

Quelle: apd/pst

 
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