Finanzkrise: Milliardenlöcher bei Deutscher Bank und UBS
zuletzt aktualisiert: 01.04.2008 - 12:03Frankfurt/Zürich (RPO). Die Finanzmarktkrise beschert zwei der größten europäischen Banken erneut astronomische Verluste: 2,5 Milliarden Euro bei der Deutschen Bank, 7,6 Milliarden bei UBS. Der Chef der Schweizer Bank, Marcel Ospel, zog die Konsequenzen und trat zurück. Trotz der Hiobsbotschaften legte die Aktie an der Börse kräftig zu.
Im frühen Geschäft schoss der UBS-Kurs im Vergleich zum Vorabend um bis zu 10,4 Prozent auf den vorläufigen Tageshöchststand von 31,86 Franken hinauf. Am Vormittag stand er mit 30,76 Franken weiterhin 6,6 Prozent höher.
Analysten führten den Anstieg unter anderem auf die Trennung von illiquiden Immobilienwerten und den Rücktritt von Präsident Marcel Ospel zurück. Gleichzeitig wurden aber auch Fragezeichen zur Nachfolgeregelung mit dem Wirtschaftsanwalt und UBS-Chefjuristen Peter Kurer gemacht. Man hätte lieber eine unabhängigere Persönlichkeit mit internationaler Finanzerfahrung an der UBS-Spitze gesehen, hieß es in der Finanzgemeinde.
Die Schweizer Bank hatte zuvor angekündigt, für das erste Quartal 2008 einen Verlust von 12 Milliarden Franken (7,6 Milliarden Euro) einzufahren. Das wäre fast genauso viel wie beim bisherigen Rekordverlust im vierten Quartal 2007. Die Bank nimmt weitere Abschreibungen von rund 19 Milliarden Dollar vor und kündigte eine Kapitalerhöhung von rund 15 Milliarden Franken an. UBS-Präsident Marcel Ospel zieht die Konsequenzen und tritt zurück.
Auf Positionen im US-Immobilienmarkt und damit zusammenhängenden Krediten wurden weitere Abschreibungen und Verluste von ungefähr 19 Milliarden Dollar gemacht. Insgesamt hat die UBS wegen der US-Hypothekenkrise nun rund 40 Milliarden Franken in den Sand gesetzt - so viel wie bisher keine andere Bank. Die verbleibenden, derzeit illiquiden Vermögenswerte der UBS aus dem US-Immobilienmarkt werden in eine neue, separate Einheit ausgegliedert.
Deutsche Bank bezweifelt eigene Gewinnprognose
Nach der Ankündigung von UBS musste auch die Deutsche Bank weitere Abschreibungen bekannt geben. Das Institut bezifferte die finanziellen Folgen aus Kreditzusagen auf Finanzprodukte bei gewerblichen Immobilien und verbrieften US-Wohnungsbaukrediten auf rund 2,5 Milliarden Euro. Im vergangenen Jahr hatte die Deutsche Bank bereits 2,2 Milliarden abschreiben müssen, dennoch ein Rekordergebnis erzielt.
Angesichts der verschärften Finanzmarktkrise hatte die Deutsche Bank vergangene Woche bereits ihre Gewinnprognose für dieses Jahr in Frage gestellt und weitere Abschreibungen nicht ausgeschlossen. Sie warnte, mögliche Abschreibungen und rückläufige Erträge im Investmentbanking könnten das Gewinnziel von 8,4 Milliarden Euro vor Steuern in diesem Jahr gefährden. In den letzten Wochen hätten sich die Bedingungen weiter erheblich verschlechtert.
Im vergangenen Jahr hatte die Deutsche Bank eine Rekordbilanz und einen um 5 Prozent höheren Vorsteuergewinn von 8,7 Milliarden Euro vorgelegt. Der Nettogewinn verbesserte sich um 7 Prozent auf 6,5 Milliarden Euro.
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