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Postbank-Vorstand löst Empörung aus: Millionen-Boni "unerträglich"

zuletzt aktualisiert: 10.03.2009 - 13:53

Berlin (RPO). Die trotz hoher Verluste bei der Postbank an Vorstandsmitglieder gezahlten Millionen-Boni sorgen für Empörung. Die Sonderzahlungen seien "unerträglich", sagte der finanzpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Otto Bernhardt, der "Bild"-Zeitung. Auch die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) sprach von einem "völlig falschen Signal".

Die Vorstände der Postbank hatten im Zuge der Teilübernahme durch die Deutsche Bank Sonderboni von insgesamt rund 11,9 Millionen erhalten. Der Zuschuss war bereits im Mai vergangenen Jahres vereinbart worden, um das Postbank-Management zu halten.

Ein Sprecher der Postbank sagte am Dienstag: "Die in Zusammenhang mit dem Einstieg der Deutschen Bank gezahlten Prämien an den Vorstand waren bereits seit Oktober vergangenen Jahres bekannt". Sie seien durch den Aufsichtsrat für die erfolgreich abgeschlossenen Verkaufsverhandlungen im September genehmigt und zu diesem Zeitpunkt ausgezahlt worden.

Die Banker hätten damals zugesichert, die Sonderprämie auf einem Sonderkonto einzufrieren und erst in Anspruch zu nehmen, wenn die Postbank wieder in die Gewinnzone komme. "An diesem Stand hat sich seit damals auch nichts geändert", betonte der Sprecher.

Postbank erstmals seit 1996 in Verlustzone

Insgesamt verdienten die zehn Mitglieder des Vorstands laut Geschäftsbericht 2008 rund 16,2 Millionen Euro und damit knapp sechs Millionen mehr als noch im Jahr zuvor. Allein Vorstandschef Wolfgang Klein kassierte rund 3,3 Millionen Euro. 875.000 Euro entfallen davon auf das jährliche Fixgehalt, 2,4 Millionen auf den Sonderbonus.

Der finanzpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Bernhardt erklärte, das Verhalten der Postbank-Verantwortlichen sei angesichts der hohen Verlustes 2008 kontraproduktiv - "unabhängig von der Rechtslage passt die Zahlung nicht in die Landschaft". DSW-Sprecher Marco Cabras sagte der "Bild"-Zeitung: "Es fehlt offenbar an Augenmaß."

Die Postbank hatte als Folge der Finanzmarktkrise erstmals seit 1996 rote Zahlen geschrieben. Das Bonner Geldinstitut verzeichnete 2008 einen Verlust von 821 Millionen Euro nach Steuern. 2007 stand noch ein Gewinn von 856 Millionen Euro in der Bilanz. Nach den Rückschlägen im Kapitalmarktgeschäft will sich die Postbank künftig auf das Geschäft mit Privat- und Geschäftskunden konzentrieren. Auf den klassischen erfolgsabhängigen Jahresbonus hatte der Vorstand angesichts des schlechten Ergebnisses verzichtet.

Quelle: DDP

 
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