Wirtschaftsverbände besorgt: Minarett-Initiative gefährdet die "Marke Schweiz"
zuletzt aktualisiert: 02.11.2009 - 18:53Zürich (RPO). Schweizer Wirtschaftsverbände sehen durch die Anti-Minarett-Initiative den Ruf ihres Landes als offenes und tolerantes Land und als Wirtschaftspartner gefährdet. Bei einer Pressekonferenz des Verbands der Schweizer Unternehmen, Economie Suisse, am Montag in Zürich bezogen verschiedene Persönlichkeiten aus der Wirtschaft Stellung gegen die Initiative.
"Die Initiative belastet das von Offenheit und Toleranz geprägte Image der Schweiz und fügt unserer Wirtschaft Schaden zu", so der Präsident von Economie Suisse, Gerold Bührer. Zur Bekämpfung des islamischen Fundamentalismus sei das Vorhaben ohnehin nutzlos. Ein Minarett sei "bloß ein Bauwerk, nicht die Quelle der radikalen islamischen Strömungen". Kein Nachbarland kenne ein ähnliches Verbot.
Vertreter aus verschiedenen Bereichen der Wirtschaft nannten die Anti-Minarett-Initiative "antiliberal und unschweizerisch". Das Volksbegehren verletze zentrale freiheitliche Werte wie die Glaubens- und Religionsfreiheit. Hanspeter Rentsch, Mitglied der Konzernleitung der Swatch Group, sagte: "Die Marke Schweiz muss weiterhin für Werte wie Weltoffenheit, Pluralismus und Religionsfreiheit stehen." Sie dürfe "auf keinen Fall mit Hass, Fremdenfeindlichkeit und Engstirnigkeit in Verbindung gebracht werden".
In Gefahr sehen die Wirtschaftsverbände auch den Tourismus. Für diese Branche sei ein guter Ruf als Gastgeber "das größte Kapital". Betroffen wären im Fall eines Minarettverbots vor allem die Golfstaaten, die zu den wichtigsten Wachstumsmärkten des Schweizer Tourismus zählten.
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