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Peer Steinbrück gelassen ddp 2009
  Foto: ddp, ddp
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Milliardenbedarf bei der Hypo Real Estate: Minister Steinbrück überrascht nichts mehr

zuletzt aktualisiert: 26.08.2009 - 18:25

Düsseldorf (RPO). Der Unternehmenswert der Hypo Real Estate liegt bei Null, die marode Immbobilienbank benötigt eine weitere Milliarden-Spritze, doch Bundesfinanzminister Peer Steinbrück ist "überhaupt nicht überrascht." Es sei seit längerem schon klar gewesen, dass bei der HRE ein weiterer Rekapitalisierungsbedarf bis Ende des Jahres bestehe. 

Bei der inzwischen überwiegend staatlichen Bank wird es nach den Worten Steinbrücks aber wohl doch zu keiner Enteignung von Aktionären kommen. "So wie es im Moment bei der HRE aussieht, wird keine Enteignung der Aktionäre nötig sein", erklärte Steinbrück am Mittwoch in Berlin weiter. "Insofern ist da weder etwas Skandalöses noch Überraschendes dran", sagte Steinbrück.

Mit seiner bereits erreichten Mehrheit von rund 90 Prozent und der Möglichkeit, die verbleibenden Altaktionäre gegen eine Entschädigung herauszudrängen, werde der Bund diese letzte Möglichkeit einer Enteignung wohl nicht nutzen müssen.

Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) hatte zuvor angekündigt, gegen die geplante Zwangsabfindung von Aktionären der Krisenbank gerichtlich vorgehen zu wollen. Die Anlegerschützer halten die angekündigte Barabfindung in Höhe von 1,30 Euro je Aktie für zu gering. "Dieser Preis ist alles andere als fair", erklärte am Mittwoch der Hauptgeschäftsführer der DSW, Ulrich Hocker.

Der neuerliche Kapitalbedarf bei der HRE liege bis Ende des Jahres bei bis zu sieben Milliarden Euro, hatte die "Bild-Zeitung" unter Berufung auf Regierungskreise am Morgen vermeldet. Steinbrück räumte zwar die Notwendigkeit neuer Mittel ein, diese Größenordnung bestätigte er allerdings nicht. Die HRE hatte auch im zweiten Quartal erhebliche Wertberichtigungen vornehmen müssen.

Drei-Milliarden-Spritze im Juni

Schon zuvor hatte es massive Hilfen für das Institut gegeben. Der Bankenstützungsfonds SoFFin steckte bereits im Juni per Kapitalerhöhung drei Milliarden Euro frisches Geld in die HRE und stockte im Gegenzug seinen Anteil auf 90 Prozent auf.

Auf der Hauptversammlung der Bank Mitte August hatte HRE-Chef Axel Wieandt bereits beim Bund um weitere Steuergelder geworben, ließ die Höhe des Kapitalbedarfs aber offen. Der Unternehmenswert der HRE liegt laut "Bild" derzeit bei Null - dies sei das Ergebnis eines von der Bank in Auftrag gegebenen Wertgutachtens.

Die Bundesregierung hatte die Milliarden-Hilfen stets damit gerechtfertigt, dass die HRE "systemrelevant" sei. Die Milliarden wären nötig, da ein Kollaps des Instituts weitere Banken in den Abgrund reißen würde.

In Berlin prüft momentan ein Untersuchungsausschuss die Rolle der Bundesregierung im Rahmen der HRE-Rettung vom September 2008. Die Opposition hatte die Großen Koalition scharf attackiert, weil diese angeblich unprofessionell gehandelt habe.

Zudem soll der Frage nachgegangen werden, ob man die Schieflage der HRE früher hätte vermuten können. Dem "manager-magazin" zufolge hatten Bundesbank und Bankenaufsicht Bafin bereits im Frühjahr 2008 Hinweise auf drohende Probleme hingewiesen.

In einer dramatischen Rettungsaktion garantierten Bundesregierung und Bankenwelt der HRE im September 2008 eine Liquiditätslücke von 35 Milliarden Euro. Kurz darauf waren es 50 Milliarden. Bis Februar 2009 stieg die Garantiesumme auf 102 Milliarden.

Quelle: asl/Reuters/AFP

 
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