Schlechte Noten: Mittelstand tief entäuscht von Merkel
zuletzt aktualisiert: 24.12.2008 - 12:52Hamburg (RPO). Der deutsche Mittelstand zeigt sich unzufrieden mit dem Krisenmanagement von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Auf einer Schulnotenskala fiel die Beurteilung der Leistung Merkels um fast eine ganze Note.
Die Kanzlerin findet sich jetzt bei einem Schnitt von 3,44 wieder. So ergab es die Befragung von Geschäftsführern und Gesellschaftern von 500 Unternehmen mit einem Umsatz von 3 Millionen bis 1 Milliarde Euro durch die Nürnberger Unternehmensberatung Weissman & Cie.
Wie Weissman mitteilte, lobte der Mittelstand noch im Oktober die Bundesregierung. 60 Prozent der damals Befragten gaben der Bundesregierung für das Krisenmanagement die Note 1 (14 Prozent) oder die Note 2 (46 Prozent).
"Mit dem kurzfristigen Aufstellen des Rettungsschirms für die Banken und der Freigabe durch den Bundestag binnen einer Woche erlebte die deutsche Demokratie eine Sternstunde", sagte Firmenchef Arnold Weissman. Die Unternehmer hätten damals die Reaktionsfähigkeit des Staates anerkannt.
"Den Großen wird geholfen, uns nicht"
Diese positive Beurteilung genieße die Bundesregierung inzwischen nicht mehr. Bei der gleichen Frage zwei Monate später gibt nur noch eine Minderheit von 22 Prozent des Mittelstandes der Regierung Merkel die Noten 1 oder 2 für den Umgang mit der Finanz- und Wirtschaftskrise. Das Gesamturteil fiel von der Note 2,54 auf 3,44. Die Mehrzahl vergab in der Weissman-Befragung jetzt die Noten 3 (32 Prozent) und 4 (28 Prozent).
Sogar ausgesprochen schlechte Noten, vor zwei Monaten noch die Ausnahme, wurden vergeben: 11 Prozent gaben die Note 5, 7 Prozent die Note 6. "Gerade kleinere Familienunternehmen fühlen sich von der Politik im Stich gelassen. Ihre Wahrnehmung des staatlichen Handelns folgt dem Motto: Den Großen wird geholfen, uns nicht", sagte Weissman.
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