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In Japan
Chef der gescheiterten Bitcoin-Plattform MtGox festgenommen

Das ist die Internet-Währung Bitcoin
Das ist die Internet-Währung Bitcoin FOTO: ap
Tokio. Japans Polizei hat den Chef der gescheiterten Bitcoin-Plattform MtGox festgenommen. Die Handelsplattform MtGox war Anfang vergangenen Jahres aus dem Internet verschwunden. Dem 30-jährigen Mark Karpeles wird vorgeworfen, Daten im Computersystem der Börse manipuliert zu haben.

Auf diese Weise soll Karpeles rund eine Million Dollar (etwa 911.000 Euro) künstlich generiert haben. Wie die Nachrichtenagentur Kyodo und andere japanische Medien berichteten, wird außerdem ermittelt, ob der MtGox-Chef etwas mit dem Verschwinden von Bitcoins im Wert von 390 Millionen Dollar zu tun hat. Berichten zufolge wies Karpeles die Anschuldigungen zurück. Auf TV-Bildern war zu sehen, wie der 30-Jährige von mehreren Beamten festgenommen und abgeführt wurde.

MtGox hatte im Februar vergangenen Jahres den Tausch von Bitcoins in reale Währungen ausgesetzt, kurze Zeit später verschwand die Handelsplattform dann aus dem Internet. Das Unternehmen begründete den Stopp mit einem Softwarefehler. Karpeles sagte damals wenige Wochen nach dem Verschwinden der Börse aus dem Internet, dass MtGox deshalb Opfer von Hackerangriffen geworden sei. Zudem hieß es, dass Bitcoins im dreistelligen Millionenwert verschwunden seien.

Mark Karpeles versteckte sich bei seiner Festnahme unter einer schwarz-weißen Kappe. FOTO: ap

Die virtuelle Währung Bitcoin war im Jahr 2009 als Antwort auf die Finanzkrise erfunden worden. Geschaffen hat sie ein unbekannter Programmierer, der eine von Staaten, Zentralbanken und anderen Finanzinstituten unabhängige Währung wollte. Das virtuelle Geld wird durch komplexe Verfahren berechnet - der Wechselkurs zu echten Währungen schwankt stark.

Örtliche Medien berichteten am Samstag unter Berufung auf die japanische Polizei, dass Karpeles womöglich vom Verbleib der verschwundenen Bitcoins wusste. Demnach sollen sie auf ein von ihm kontrolliertes Konto geflossen sein. Wie die Zeitung "Yomiuri" berichtete, wirft die Polizei Karpeles außerdem vor, mehrfach Bitcoins von Kunden für Spekulationsgeschäfte auf sein eigenes Konto transferiert zu haben.

Virtuelle Währungen unterliegen praktisch keiner behördlichen Regulierung. Mehrere Länder warnen deshalb vor den Risiken, da Nutzer bei Problemen oder Betrug nicht vor Verlusten geschützt sind. Die Pleite von MtGox hatte das Vertrauen in die Währung schwer erschüttert.

(AFP)
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