Kampf der Opel-Bieter: „Nach der Wahl hat Magna keine Chance“
zuletzt aktualisiert: 15.08.2009 - 14:35Frankfurt/Main (RPO). Im Bieterrennen um Opel liegt Magna in der Gunst des Mutterkonzerns General Motors (GM) weiter hinter dem Konkurrenten RHJ International (RHJI). Die Zeit für Magna wird knapp. Sollte bis zur Bundestagswahl keine Einigung erzielt werden, sieht Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer keine Chance mehr für den kanadisch-österreichischen Autozulieferer.
Wenn es bis zur Wahl am 27. September keine Entscheidung gebe, bleibe Opel beim US-Mutterkonzern General Motors (GM), sagte der Experte von der Universität Duisburg-Essen der "Frankfurter Rundschau". Denn GM wolle nicht, dass Magna bei Opel einsteigt. Die Politik werde nach der Wahl nicht mehr auf diese Lösung drängen, weil sich dann "kein Mensch mehr für Opel interessiert", zeigte sich Dudenhöffer überzeugt.
Entscheidend ist, ob Steuergelder fließen
Entscheidend ist nach Ansicht des Autoexperten dann, ob Steuergeld fließt. Sollte die Politik Hilfe verweigern, bestehe die Gefahr, dass GM vier Werke in Europa schließt: Bochum, Kaiserslautern, Antwerpen in Belgien und Ellesmere Port in Großbritannien. Um Opel liefern sich derzeit Magna und der Finanzinvestor RHJ International (RHJI) ein Bieterrennen. Bei einem Treffen mit dem russischen Staatschef Dmitri Medwedew am Freitag sagte die Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), dass die Bundesregierung Magna "mit hohen Präferenzen" betrachte.
In der Gunst des Mutterkonzerns General Motors (GM) liegt RHJ International (RHJI) dagegen weiter vorne. GM werde das neue Angebot des Autozulieferers mit dem "attraktiven" RHJI-Konzept verglichen, schrieb GM-Chefunterhändler John Smith am Freitag in einem Blog des Unternehmens.
Neues Angebot von Magna
GM habe am Donnerstag das neue Angebot von Magna erhalten, schrieb Smith. Der US-Autobauer hatte schon in den vergangenen Wochen immer wieder eine Präferenz für RHJI deutlich gemacht. Der Konzern macht bei Magna vor allem Bedenken wegen ungeklärter Patentfragen geltend.
GM-Chefunterhändler Smith erklärte, das Unternehmen habe von der deutschen Seite noch Unterlagen für die Bedingungen von Staatshilfen aus Deutschland und anderen europäischen Ländern angefordert. Bei Vorliegen dieser Unterlagen seien die Dokumente komplett, die der Verwaltungsrat von GM brauche, um eine Empfehlung für einen der beiden Interessenten abzugeben.
Regierung will neueste Angebote prüfen
Merkel kündigte an, die Bundesregierung wolle die neuesten Angebote von Magna und RHJI über das Wochenende prüfen. Die Kanzlerin machte bei ihrem Treffen mit dem russischen Staatschef Dmitri Medwedew am Freitag erneut klar, dass die Bundesregierung Magna "mit hohen Präferenzen" betrachte. Der Autozulieferer sei eine Firma, "die sich im Autobereich auskennt", sagte sie. "Ich glaube, dass sie nicht nur Finanzinteressen, sondern auch Autobmobilinteressen hat." Zudem habe Magna offenbar ein langfristiges Interesse daran, Autos zu bauen.
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