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Nach P+S-Pleite
Insolvenzverwalter verklagt KPMG auf halbe Milliarde Euro

Nach P+S-Pleite: Insolvenzverwalter verklagt KPMG auf halbe Milliarde Euro
FOTO: KPMG
Schwerin. Die Pleite der P+S-Werften könnte die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG teuer zu stehen kommen. Der Insolvenzverwalter der 2012 pleite gegangenen Werftengruppe, Berthold Brinkmann, hat die KPMG AG auf 514 Millionen Euro Schadenersatz verklagt.

Das geht aus dem aktuellen Gläubiger-Zwischenbericht hervor, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Brinkmann bestätigte am Dienstag die Schadenersatzforderungen in dieser Höhe. Daneben geht Brinkmann auch gegen die Hegemann-Gruppe sowie frühere P+S-Geschäftsführer vor, so dass sich Forderungen von mehr als 700 Millionen Euro ergeben.

KPMG wollte sich zu dem am Landgericht Hamburg anhängigen Verfahren nicht äußern, wie eine Sprecherin der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft am Dienstag sagte. Wie aus dem Gläubiger-Zwischenbericht hervorgeht, hat KPMG bereits eine Klageabweisung beantragt. Da die Frist zur Klageerwiderung bis Mitte September läuft, rechnet Brinkmann nicht mehr in diesem Jahr mit einem Verhandlungstermin.

Brinkmann wirft der renommierten Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Pflichtverletzung vor. Die KPMG AG habe der Werftengruppe am 14. Dezember 2009 "ins Blaue hinein" Sanierungsfähigkeit attestiert, ohne dies ausreichend geprüft zu haben, schreibt Brinkmann in dem Bericht. Später habe KPMG sich dann "wider besseren Wissens und vermutlich u.a. zur Vermeidung eigener Haftungsrisiken" dazu entschlossen, an der positiven Sanierungsaussage über zwei Jahre hinweg festzuhalten.

(felt/dpa)
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