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Nach Sanierung
Karstadt will 2018 erstmals eine neue Filiale eröffnen

Nach Sanierung: Karstadt will 2018 erstmals eine neue Filiale eröffnen
Karstadt scheint den Turnaround geschafft zu haben. FOTO: dpa, jps cul csa
Düsseldorf. Der in den letzten Jahren schwer angeschlagene Warenhauskonzern Karstadt geht in die Offensive und will wieder eine neue Filiale eröffnen. Das neue Warenhaus solle in Berlin entstehen und spätestens 2018 die Pforten öffnen, teilte Karstadt am Dienstag mit.

Karstadt-Chef Stephan Fanderl nannte die Pläne nach Jahren der Einsparungen und Stellenstreichungen eine "phantastische Neuigkeit": "Mit der vollständigen Neueröffnung eines Warenhauses, des ersten in über 30 Jahren, betreten wir einen neuen Abschnitt in der Karstadt-Geschichte." Die neue Filiale werde als "lokaler Marktplatz" konzipiert - sie soll rund 8800 Quadratmeter Verkaufsfläche umfassen. Das ist kleiner als frühere Warenhäuser, das Alsterhaus in Hamburg umfasst etwa 24.000 Quadratmeter. Zahlreiche Händler setzen indes auf Konzepte mit kleineren Flächen.

"Die Ausrichtung eines Warenhauses auf den jeweiligen lokalen Standort ist keine Verlegenheitslösung", versicherte Fanderl in einem Brief an die Mitarbeiter. Vielmehr gehe er davon aus, "dass lokale Marktplätze das am stärksten wachsende Zukunftsformat sind". Dazu achte der Kaufhof-Konkurrent darauf, was Kunden am jeweiligen Standort wünschten - und wie das Marktumfeld beschaffen sei. "Anders ausgedrückt: Steht dort zum Beispiel ein großer Lebensmittelhändler, brauchen wir keine Lebensmittelabteilung", betonte Fanderl. "Wenn sich unser Umfeld ändert, passen wir unser Angebot an" Fanderl hatte bereits angekündigt, die über Jahre mit Verlusten kämpfende Warenhauskette peile im Geschäftsjahr 2015/16 "ein nahezu ausgeglichenes Jahresergebnis" an.

"Ertragssteigerungen, Effizienzverbesserungen und Kosteneinsparungen" aus der Sanierung wirkten sich "positiv auf die Ergebnissituation" aus. Karstadt war 2014 vom österreichischen Immobilien-Investor Rene Benko übernommen worden. Er setzte zunächst den Rotstift an, Warenhäuser in Stuttgart und Hamburg wurden geschlossen - über 2000 Mitarbeiter mussten gehen. Zudem lichtete Karstadt-Chef Fanderl den Markendschungel im Sortiment und setzt verstärkt auf eine lokale Ausrichtung der Warenhäuser. Karstadt verfügt nun noch über 79 Warenhäuser - mit der neuen Filiale in Berlin wären es 80 Filialen.

 

(felt/REU)
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