Internes SPD-Papier: Namen der "Heuschrecken"-Finanzunternehmen aufgetaucht
zuletzt aktualisiert: 29.04.2005 - 10:46Hamburg (rpo). In einem internen Papier der SPD-Bundestagsfraktion werden jetzt erstmals die Finanzunternehmen genannt, die SPD-Chef Franz Müntefering seit Wochen als "Heuschreckenschwärme" attackiert: "Sie bleiben anonym, haben kein Gesicht, fallen über Unternehmen her, grasen sie ab und ziehen weiter."
In dem Hintergrundpapier der Planungsgruppe der SPD-Bundestagsfraktion, das stern.de, dem Internet-Angebot des stern, vorliegt, wird vor allem die US-Beteiligungsgesellschaft Kohlberg Kravis Roberts & Co. (KKR) kritisiert. Sie hatte 1999 zusammen mit der US-Bank Goldman Sachs den Elektronik- und Geldautomatenhersteller Siemens-Nixdorf übernommen und 2004 an die Börse gebracht.
Von dem Erlös durch den Börsengang in Höhe von 350 Millionen Euro blieben der Firma selbst aber nur 125 Millionen, den Rest von 225 Millionen steckten KKR und Goldman Sachs ein. In den Jahren zwischen Übernahme und Börsengang ließen sich die Gesellschafter zudem Beteiligungen von 160 Millionen Euro auszahlen.
Ein anderes Opfer von KKR war, wie stern.de berichtet, der Hersteller von Kommunikationsprodukten Tenovis. Noch Ende 2002 verzichteten die Mitarbeiter auf 12,5 Prozent ihres Lohnes, um ihre Arbeitsplätze für mindestens ein Jahr zu retten. Im Sommer 2003 aber entließ Tenovis fast die Hälfte der Mitarbeiter.
Das SPD-Papier nennt viele weitere "Heuschrecken", konkret auch die Beteiligungsgesellschaft WCM, die Klöckner übernommen hatte und die Private-Equity-Firmen Apax, BC Partners, Carlyle, Advent, Permira, Blackstone, CVC und auch Saban Capital, Noch-Eigentümer von ProSieben Sat1. Zu den Opfer der großen Aufkäufer gehören neben Siemens-Nixdorf und Tenovis auch Rodenstock, Autoteile Unger, Debitel, Celanese und Dynamit Nobel.
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