Schweizer Lebensmittelkonzern kündigt Umbau der Wassersparte an: Nestlé will Perrier verkaufen
zuletzt aktualisiert: 15.09.2004 - 15:05Paris (rpo). Das Schweizer Lebensmittelunternehmen Nestlé plant, sich von seiner bekannten französischen Mineralwassermarke Perrier zu trennen. Am Mittwoch gab die Führung von Nestlé Waters in Paris zudem sein Vorhaben bekannt, die stillen Wasser Contrex und Vittel zusammenlegen.
Das Management streitet dabei weiter mit der Gewerkschaft CGT über einen Abbau von mehr als tausend Stellen in der bislang 4100-köpfigen Belegschaft bis 2007 durch Vorruhestandsregelungen.
Perrier zählt erst seit 1992 zum Nestlé-Konzern. Die Marke, beworben als "der Champagner unter den Tafelwassern", war 1990 ins Trudeln gekommen, als überhöhte Benzolwerte gefunden wurden und weltweit 160 Millionen Flaschen zurückgerufen werden mussten. Die Produktivität bei Perrier ist nach Firmenangaben zu niedrig: Rechnerisch seien für das Abfüllen von einer Milliarde Liter jährlich bei Perrier 4800 Beschäftigte erforderlich, bei der italienischen Nestlé-Edelmarke San Pellegrino dagegen nur 1800.
Durch die Zusammenlegung der Produktionsstätten von Vittel und Contrex in den Vogesen werde die weltgrößte Mineralwasser-Abfüllanlage entstehen, betonte das Unternehmen. Bislang plant Nestlé die Streichung von 378 Stellen in Vittel und 282 weiteren in Contrexéville. An der Perrier-Abfüllanlage im südfranzösischen Vergèze bei Nîmes sollen 356 Arbeitsplätze gestrichen werdenn zum 24. Mal vergeben. 77 Wassermarken rund um den Globus und Jahresumsätzen von mehr als fünf Milliarden Euro der größte Flaschenwasserverkäufer der Welt vor dem französischen Konkurrenten Danone mit Marken wie Evian, Volvic oder Badoit.
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