Bis zu 14,5 Prozent weniger: Neu-Rentner bekommen deutlich weniger
zuletzt aktualisiert: 04.08.2007 - 14:32Hamburg (RPO). Drastischer Rückgang von Rentenauszahlungen für Neu-Rentner: Einem Pressebericht zufolge bekommen Versicherte, die 2006 in den Ruhestand gegangen sind, im Vergleich zum Fällen im Jahr 2000 bis zu 14,5 Prozent weniger.
Dies berichtet die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf aktuelle Zahlen der Deutschen Rentenversicherung. Dem Bericht zufolge erhielt ein männlicher Rentner, der im vergangenen Jahr in den Ruhestand ging, im Durchschnitt eine Netto-Rente von 790 (Ost: 836) Euro. Im Vergleich zum Jahr 2000 entspreche dies einem Minus von 10,5 (Ost: 5,3) Prozent.
Noch drastischer fiel der Rückgang bei Erwerbsminderungsrentnern aus. Wer 2006 erstmals Erwerbsminderungsrente bezog, erhielt im Schnitt 14,5 (Ost: 12,5) Prozent weniger als ein Neu-Rentner im Jahr 2000. Bei Frauen wirkten sich die reformbedingten Kürzungen laut "Bild" im Durchschnitt nicht so stark aus, weil ihre Rentenansprüche wegen stärkerer Berufstätigkeit und einer besseren Anrechnung der Kindererziehungszeiten insgesamt steigen.
Der Sprecher der Deutschen Rentenversicherung Bund, Dirk von der Heide, bestätigte der "Bild"-Zeitung die Entwicklung. "Die Verringerung der Rentenzahlbeträge bei Neu-Rentnern zeigt, dass die Rentenreformen und Abschläge bei frühzeitigem Renteneintritt wirken", sagte von der Heide. Außerdem hätten die höhere Arbeitslosigkeit sowie die gestiegenen Krankenkassen- und Pflegebeiträge zu einer Verringerung der Rentenzahlbeträge der Neu-Rentner geführt.
Links-Fraktionschef Oskar Lafontaine kritisierte, die "politisch organisierte Rentenarmut" sei schon jetzt spürbar. Diese Entwicklung sei "unhaltbar". Die "Rentenkürzungen der letzten Jahre" müssten zurückgenommen werden. Aufforderungen zu verstärkter Privatvorsorge nannte Lafontaine zynisch. Immer mehr Menschen arbeiteten im Niedriglohnbereich und hätten kaum noch Geld, die Ausgaben für ihr tägliches Leben zu bestreiten.
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