HSH Nordbank: Neue Boni-Regeln sollen Manager anlocken
zuletzt aktualisiert: 12.10.2009 - 14:57Hamburg/Frankfurt (RPO). Die HSH Nordbank arbeitet mit Hochdruck an einem neuen Vergütungssystem für den Vorstand. Damit sollen mittelfristig offenbar auch wieder Bonuszahlungen möglich werden, um die Bank attraktiver für externe Manager zu machen.
Die Führung der in der Finanzkrise ins Schlingern geratenen und staatlich gestützten Landesbank ist seit Monaten auf wichtigen Positionen unbesetzt. Das hat bereits die Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) auf den Plan gerufen.
Ein HSH-Sprecher sagte am Montag, Aufsichtsratschef Hilmar Kopper lasse derzeit neue Verträge für den Vorstand erarbeiten. Details nannte er nicht, verwies aber darauf, dass für die Vergütung die Garantieerklärung der Länder maßgeblich sei. Demnach müssen die Festgehälter solange auf 500.000 Euro gedeckelt bleiben, bis sich die HSH wieder eine Dividende leisten kann.
Konkreter wurde dagegen der "Focus", der berichtete, dass die Bank durchaus wieder Sonderzahlungen plane. Diese sollten aber an Bedingungen geknüpft werden. So sollten die angesparten Boni frühestens nach drei Jahren ausgezahlt werden, falls die Bank dann wieder eine Dividende zahlen könne.
Zudem sollten Manager mit ihren Boni für Fehlentwicklungen haften. Der Aufsichtsrat solle ein Einspruchsrecht haben. Das Magazin berief sich auf interne Pläne, die Kopper auf der nächsten Aufsichtsratssitzung vorstellen wolle. Der Bank-Sprecher wollte diese Informationen nicht kommentieren.
Die HSH war wegen riskanter Finanzmarktgeschäfte in Schieflage geraten und musste durch eine Kapitalspritze ihrer Haupteigener Hamburg und Schleswig-Holstein in Höhe von drei Milliarden Euro sowie Garantien über weitere zehn Milliarden vor dem Aus gerettet werden. Vom staatlichen Bankenrettungsfonds SoFFin bekam die HSH zudem 30 Milliarden Euro Garantien für die Emission von Anleihen.
BaFin macht Druck
Der seit drei Monaten als Aufsichtsratschef der HSH Nordbank amtierende frühere Chef der Deutschen Bank, Kopper, steht unter Druck, offene Vorstandsressorts zu besetzen. Die Finanzmarktaufsicht BaFin hat sich bereits in Hamburg über den Fortschritt erkundigt.
Aus Kreisen der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hieß es am Montag, die Unterbesetzung dürfe kein Dauerzustand sein. Allerdings zeigte sich eine Person mit Kenntnis der Situation zuversichtlich, dass die HSH bald eine Lösung präsentieren könne. Ein Problem sei für die Landesbank offensichtlich, mit den gedeckelten Vorstandsgehältern gute Leute zu finden, hieß es.
HSH-Kreisen zufolge plant der Aufsichtsrat Ende Oktober erste Neubesetzungen. Im Fokus steht demnach die Überwachung der Risiken und die Position des Chefs der geplanten Abbaubank, in die die HSH risikobehaftete Wertpapiere auslagern will. Auf einer späteren Aufsichtsratssitzung soll dann ein Gutachten der Kanzlei Freshfields beraten werden. Die Anwälte sollen prüfen, ob frühere oder aktuelle Vorstände der HSH ihren Pflichten in der Finanzmarktkrise nachgekommen sind. Erst danach will die HSH entscheiden, mit welchen Vorständen sie weiter zusammenarbeitet.
Derzeit amtiert Bankchef Dirk Jens Nonnenmacher zusätzlich als Finanzvorstand und Risikochef. Seit dem Rauswurf von Frank Roth im April verantwortet er auch noch das operative Geschäft. Neben Nonnemacher gehören noch Peter Rieck als sein Stellvertreter, Jochen Friedrich (Kapitalmarkt) und Bernhard Visker (Firmenkunden) der Führungsebene an.
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