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Europäische Zentralbank: Neue Milliarden-Finanzspritze für Markt

zuletzt aktualisiert: 13.08.2007 - 14:40

Frankfurt/Main (RPO). Die Europäische Zentralbank (EZB) hat erneut einen Milliardenbetrag in den Markt gepumpt. Es handelt sich um die dritte Finanzspritze in Folge. Insgesamt erhielten die Banken 47,67 illiarden Euro zu günstigen Konditionen.

Im Zuge der US-Hypothekenkrise, die zeitweise zu einem Austrocknen der Geldströme und Anziehen der Geldmarktsätze geführt hat, hat allein die EZB seit Donnerstag damit mehr als 200 Milliarden Euro an zusätzlicher Liquidität zur Verfügung gestellt.

Von den noch nicht absehbaren Auswirkungen der US-Immobilienkrise waren in der vergangenen Woche die weltweiten Aktien- und Geldmärkte in Mitleidenschaft gezogen worden. Die weltweiten Leitbörsen waren ins Trudeln geraten. An den Geldmärkten war es zu Engpässen gekommen, da viele Banken ihr Geld horteten, um für eine eventuelle Verschärfung der Krise gewappnet zu sein.

Zuletzt hatte die Insolvenz des Hypothekenfinanzierers HomeBanc die Ängste an den Märkten vor einer weiteren Zuspitzung der Lage geschürt. HomeBanc hatte am Freitag einen Antrag auf Gläubigerschutz mit dem Ziel gestellt, das Unternehmen zu schließen. Zu den HomeBanc-Gläubigern gehören laut der US-Finanzaufsicht SEC neben J.P. Morgan und dem größten französischen Finanzinstitut BNP Paribas auch die Deutsche Bank und die Commerzbank, wie die "Financial Times Deutschland" (Montagausgabe) berichtete.

HomeBanc habe die eigenen Schulden auf 4,9 Milliarden Dollar (3,6 Milliarden Euro) beziffert, aber nicht angegeben, welcher Anteil davon auf welchen Gläubiger entfalle. Vor dem Insolvenzantrag der HomeBanc hatte bereits die größte private US-Hypothekenbank Countrywide massive Finanzierungsprobleme eingeräumt.

Die direkten Auswirkungen der US-Immobilienkrise auf die deutschen Finanzhäuser neben der IKB bisher vorliegenden Erkenntnissen begrenzt. Die Allianz hat kürzlich bereits das Volumen der gefährdeten Finanzanlagen und Forderungen auf 1,7 Milliarden Euro beziffert. Die Commerzbank bekräftigte am Montag erneut, "aus heutiger Sicht" gebe es Risiken in Höhe von 1,2 Milliarden Euro. Diese würden voraussichtlich das Jahresergebnis lediglich um etwa 80 Millionen Euro schmälern.

Die Deutsche Bank wollte das Risikovolumen nicht beziffern. Die auf Immobiliengeschäfte spezialisierte Aareal Bank betonte am Montag, sie habe "keine direkten oder indirekten Engagements im Subprime-Markt".

Die WestLB bezifferte ihr Engagement in Subprime-Wertpapieren auf insgesamt 1,25 Milliarden Euro. Davon entfielen 98 Prozent auf Titel mit der Bonitätsnote "A" oder besser, 87 Prozent auf seien sogar mit "AA" oder besser bewertet.

Der deutsche Aktienmarkt zeigte sich am Montag bisher unbeeindruckt: Nach einem freundlichen Start in die neue Handelswoche hat der deutsche Aktienmarkt einen Teil seiner Anfangsgewinne bis zum Mittag wieder eingebüßt. Der DAX notierte gegen 13.15 Uhr 0,9 Prozent im Plus bei 7414 Punkten. Der MDAX verbesserte sich um 1,5 Prozent auf 10.077 Zähler. Der TecDAX, der zum Auftakt 1,6 Prozent fester gestartet war, drehte bis zum Mittag 0,4 Prozent ins Minus bei 879 Punkten.

Quelle: afp2

 
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