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Beschäftigte fürchten Stellenabbau: Neue Sorgen bei HSH Nordbank

zuletzt aktualisiert: 15.12.2008 - 17:41

Hamburg (RPO). Unruhige Zeiten bei der HSH Nordbank: Angesichts der derzeitigen Krise befürchten Mitarbeiter einen stärkeren Stellenabbau als bisher. Zudem überlegen die schleswig-holsteinischen Sparkassen wollen aus der angeschlagenen Bank auszusteigen.

"Wir würden unsere Anteile liebend gern verkaufen", sagte der Präsident des Sparkassen- und Giroverbands (SGVSH), Jörg-Dietrich Kamischke, dem "Hamburger Abendblatt". Der HSH-Aufsichtsrat kam am Montagnachmittag in der Hansestadt zusammen, um weitere Entscheidungen für die Zukunft der Bank zu treffen.

Der Konzern- und Betriebsratsvorsitzende der HSH und Aufsichtsratsmitglied, Olaf Behm, sagte der AP vor der Sitzung: "Wir erwarten, dass der Vorstand heute sagt, in welche Richtung die Bank weiter geht." Er gehe davon aus, dass mehr als die bisher angekündigten 750 Stellen abgebaut werden müssten. Dies träfe die Mitarbeiter genauso hart wie bei jeder anderen Bank, da es bei der HSH keine Beamten- oder beamtenähnlichen Verträge gebe.

Ver.di-Fachbereichsleiter Berthold Bose erklärte: "Wir fragen uns auch, wieviele Milliarden noch verkraftet werden müssen und ob es die HSH Nordbank in ein paar Jahren überhaupt noch geben wird." Es sei an der Zeit, ein Signal in Richtung Eigentümer und Vorstand zu setzen.

Der Aufsichtsrat kam um 16.00 Uhr zusammen. Mehrere hundert Mitarbeiter demonstrierten vor den beiden Standorten in Hamburg und Kiel für Beschäftigungssicherheit und den Erhalt der Arbeitsplätze.

Verluste deutlich über angekündigten 360 Millionen Euro

Um die angeschlagene HSH Nordbank steht es offenbar deutlich schlechter als zunächst bekannt. Statt der bisher bezifferten 360 Millionen Euro sollen sich die Verluste dem "Hamburger Abendblatt" zufolge zum Jahresende auf rund eine Milliarde Euro erhöhen. Anfang November hatte der Hamburger Finanzsenator und Aufsichtsratsmitglied Michael Freytag (CDU) erklärt, im vierten Quartal müsse mit weiteren Abschreibungen über die bekannten 1,3 Milliarden Euro hinaus gerechnet werden.

Die HSH Nordbank will das staatliche Rettungspaket in Anspruch nehmen. Der Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (SoFFin) hat laut "Spiegel" bereits Liquiditätsgarantien von 30 Milliarden Euro zugesagt. Im Gegenzug müsse die HSH Nordbank bis Ende Februar ein Sanierungskonzept vorlegen. Derzeit prüft die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG die Situation der HSH. Laut "Hamburger Abendblatt" will sie frühestens Mitte Januar belastbare Zahlen vorlegen. Der offizielle Jahresabschluss solle Ende Februar erfolgen.

Länder könnten Sparkassen-Paket kaufen

Als Käufer des Sparkassen-Pakets, das 14,82 Prozent der Nordbank-Anteile umfasst, kommen dem Bericht zufolge Schleswig-Holstein und Hamburg in Betracht. Die Länder halten jeweils rund 30 Prozent an der Bank. Erste Gespräche habe es bereits gegeben, berichtete das Blatt unter Berufung auf Regierungskreise.

Insider beziffern die Verluste der elf betroffenen Sparkassen aufgrund der Finanzkrise dem Blatt zufolge auf bis zu 250 Millionen Euro. Die Hälfte der Summe solle angeblich aus Fehlspekulationen der Sparkassen etwa mit Immobilien- oder Island-Papieren resultieren, die andere Hälfte aus dem Engagement bei der HSH. So erhielten die Sparkassen zum einen keine Dividende der HSH mehr und müssten zum anderen den Wert ihrer Beteiligung deutlich nach unten korrigieren.

Quelle: AP

 
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