Beweise aus den USA?: Neue Spionagevorwürfe gegen SAP
zuletzt aktualisiert: 29.07.2008 - 06:58San Francisco (RPO). Die US-Softwarefirma Oracle hat am Montag neue Beweise für seine Spionagevorwürfe gegen den deutschen Konkurrenten SAP angekündigt. "Oracle liegen jetzt interne Aufzeichnungen von SAP vor, die bestätigen, dass SAP jahrelang ohne Genehmigung systematisch Material aus Oracles System entwendet hat", hieß es in der neuformulierten Anzeige.
SAP habe mit einer Software namens "Titan" eine Kundenwebsite von Oracle ausgeplündert. Auf einem einzigen Computer von SAP seien acht Millionen Oracle-Programme gefunden worden. Oracle versichert, nun über Beweise zu verfügen, wonach die Unternehmensführung nicht nur über das Vorgehen Bescheid wusste, sondern es sogar billigte.
SAP wies die Anschuldigungen in einer kurzen Stellungnahme zurück. Die neu formulierte Anzeige "wiederholt viele der Themen und Behauptungen der Schrift von 2007", hieß es auf der Website www. tnlawsuit.com, auf der die deutsche Firma Informationen über den Prozess veröffentlicht. "SAP wird auf die Vorwürfe vor Gericht antworten." Ein Prozess könnte im Februar 2010 beginnen, vorher kann SAP im Rahmen des Verfahrens im September auf die Vorwürfe eingehen.
SAP-Gewinn geht zurück
Unterdessen vermeldete SAP, dass der Konzern im zweiten Quartal dieses Geschäftsjahres seinen Gewinn aufgrund der Belastungen durch den Zukauf des französischen Konkurrenten Business Objects reduziert habe. Das Konzernergebnis ging im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 453 Millionen auf 411 Millionen Euro zurück, teilte der DAX-Konzern am Dienstag im badischen Walldorf mit. Damit lag der Gewinn deutlich über den Erwartungen von Analysten, die im Mittel mit rund 372 Millionen Euro gerechnet hatten.
Auch der Umsatz lag über den Markterwartungen. Nach SAP-Angaben stiegen die Erlöse im zweiten Quartal um 18 Prozent auf 2,86 Milliarden Euro. Volkswirte hatten durchschnittlich nur 2,79 Milliarden Euro prognostiziert. Die Software- und softwarebezogenen Serviceerlöse, die SAP als zentrale Kennziffer bezeichnet, erhöhten sich um 21 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro und übertrafen damit die Erwartungen der Experten von durchschnittlich rund 2,0 Milliarden Euro.
Das operative Ergebnis stieg den Angaben zufolge um zwei Prozent auf 593 Millionen Euro. Volkswirte hatten hier mit durchschnittlich 588 Millionen Euro ebenfalls weniger erwartet.
SAP präzisierte auch seine Jahresprognose und erwartet nun, dass obere Ende seiner Schätzungen zu erreichen. Der Softwarekonzern hatte angekündigt, die Software- und softwarebezogenen Serviceerlöse dieses Jahr um 24 bis 27 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von 7,43 Milliarden Eurozu zu steigern.
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