Keine Fusion mit France Telecom: Neue Telekom-Topmanager sollen Milliarden bringen
zuletzt aktualisiert: 07.09.2010 - 13:16Bonn (RPO). Die Deutsche Telekom will mit einer Gruppe neuer Topmanager ihr Wachstum in zukünftigen Geschäftsfeldern voranbringen. Die drei Manager sollen sich um die Bereiche "intelligente Stromnetze, vernetzte Fahrzeuge und vernetztes Gesundheitswesen" kümmern, wie die Telekom am Dienstag in Bonn mitteilte.
In den Geschäftsfeldern sollen die neuen Leiter bis zum Jahr 2015 für einen Umsatz von rund einer Milliarde Euro sorgen. Um das Geschäftsfeld intelligente Stromnetze werde sich die Ex-Siemens-Managerin Gabriele Riedmann de Trinidad kümmern, teilte die Konzern mit.
In intelligenten Stromnetzen verständigen sich Stromerzeuger und Energieabhnehmer automatisch untereinander. So können Haushalte durch neuartige Stromzähler Energie zum finanziell günstigsten Zeitpunkt beziehen können, etwa nachts.
Der Manager Horst Leonberger, der bei der Telekom-Geschäftskundensparte T-Systems schon bisher große deutsche Autohersteller betreute, werde sich um die Vernetzung von Fahrzeugen kümmern, teilte die Telekom mit. Dabei geht es etwa darum, dass Speditionen oder Autovermieter über das Internet besser die Standorte ihrer Lkws oder Autos koordinieren können, um Geld zu sparen und die Umwelt zu schonen. Auch Informationen über Stromtankstellen für Elektroautos könnten künftig so übermittelt werden.
"Tiefgreifende Veränderung im Aktienbesitz"
Um das vernetzte Gesundheitswesen kümmert sich bei der Telekom künftig Axel Wehmeier, der seine Karriere schon bisher bei T-Mobile und Telekom machte, wie der Konzern mitteilte. Anwendungen sind hier zum Beispiel die Fernüberwachung der Vitalfunktionen von älteren Leute, damit diese länger eigenständig leben können.
Französische Gewerkschafter hatten am Montagabend eine mögliche Fusion der beiden früheren Staatsmonopolisten ins Gespräch gebracht. Die Gewerkschaft CFE-CGC/UNSA zeigte sich beunruhigt darüber, dass die auch an der Deutschen Telekom beteiligte Deutsche Bank ihren Anteil an France Telecom auf mehr als fünf Prozent erhöht hat.
Dies könne auf ein Zusammengehen hindeuten. Die Gewerkschaft sprach von einer "tiefgreifenden Veränderung in der Balance des Aktenbesitzes", die ein Vorbote von Konsolidierungsmaßnahmen sein könnte. Auch die Deutsche Bank nahm nicht Stellung zu den Angaben.
Frankreich hält 13,47 Prozent an France Telecom, der staatliche Investmentfonds FSI weitere 13,67 Prozent. Die Aktien der Deutschen Telekom notierten in Frankfurt 0,3 Prozent im Minus und lagen damit etwas besser als der Markttrend. France Telecom-Titel büßten in Paris 1,4 Prozent ein und damit stärker als der Markt.
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