Kundendaten immer noch einsehbar: Neue Vorwürfe gegen Postbank
zuletzt aktualisiert: 29.10.2009 - 21:16Berlin (RPO). Bei der Postbank sind nach Angaben der Stiftung Warentest sensible Girokontodaten von Kunden weiter für freie Finanzberater einsehbar. Über Mitarbeiter der Postbank Finanzberatung seien am Donnerstagabend problemlos Kontenbewegungen der vergangenen 100 Tage sowie Anlagekonten von Postbankkunden sichtbar gewesen, teilte Stiftung Warentest mit.
Die Einsicht von Kontenbewegungen ist nach Ansicht von Datenschutzbeauftragten selbst dann rechtswidrig, wenn Kunden eine Einwilligungsklausel zur Weitergabe ihrer Daten unterschrieben hätten. Bei Kunden, die keine solche Einwilligung unterschrieben haben, konnten laut Stiftung Warentest am Donnerstag nur noch Adresse und Wohnort abgefragt werden.
In dieser Woche war bekannt geworden, dass Finanzberater allein mit der Angabe eines Namens und des dazugehörigen Geburtsdatums Kontenbewegungen abrufen konnten. Die Postbank hatte als Konsequenz angekündigt, den Zugriff für externe Mitarbeiter zu sperren, bis die Umstände des illegalen Abrufs geklärt seien.
Ein Postbank-Sprecher erklärte am Donnerstagabend, nach dem Bekanntwerden der Vorwürfe seien alle Daten von Kunden gesperrt worden, die keine Einwilligungserklärung abgegeben hätten. Bei den von Stiftung Warentest beklagten neuen Fällen könne es sich daher nur um Kunden handeln, die eine solche Erklärung unterzeichnet hätten. Auch für diese Kunden werde aber "sehr kurzfristig" das Einsehen von Kontobewegungen abgeschaltet.
"Stiftung Warentest" wirft der Postbank vor, sie habe Daten über die Vermögenslage von Kunden und Kontobewegungen an Tausende freie Berater weitergegeben, um den Verkauf hauseigener Produkte anzukurbeln.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum
