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Ehemaliger Boeing-Manager Alan Mulally: Neuer Chef bei US-Autobauer Ford

zuletzt aktualisiert: 06.09.2006 - 06:41

Dearborn (rpo). Der angeschlagene US-Autobauer Ford holt den Boeing-Sanierer auf Chefposten: Konzernchef Bill Ford, ein Urenkel des Firmengründers Henry Ford, trat am Dienstag zurück und machte Platz für Alan Mulally, der sich als Sanierer der Boeing-Passagierflugsparte einen Namen gemacht hat. Die Meldung kam selbst für Branchenkenner überraschend.

Ford hat einen neuen Unternehmenschef. Wie der bisherige Konzernchef Bill Ford am Dienstag (Ortszeit) in Dearborn im US-Bundesstaat Michigan mitteilte, wird der bisherige Boeing-Manager Alan Mulally ab sofort das Unternehmen führen. Er selbst bleibe Verwaltungsratsvorsitzender, kündigte der 49-jährige Ford, ein Urenkel des Firmengründers Henry Ford, an. Bill Ford hatte seit 2001 beide Funktionen in Personalunion inne. Mit Mulally habe sein Unternehmen einen Mann gefunden, der Erfahrungen mit Umstrukturierungen habe, betonte Ford. Der 61-Jährige war Präsident der Boeing-Verkehrsflugzeugsparte Boeing Commercial Airplanes.

Der drittgrößte Autokonzern der Welt fuhr im ersten Quartal einen Nettoverlust von 1,45 Milliarden Dollar (1,13 Milliarden Euro) ein. Bill Ford hatte in zwei Anläufen versucht, den zweitgrößten US-Autohersteller wieder auf die Erfolgsspur zu bringen. In der ersten Umstrukturierung wurden fünf Werke geschlossen und 35.000 Stellen gestrichen. Die Krise im nordamerikanischen Geschäft wurde damit aber nicht überwunden. Der zweite Plan wird seit sieben Monaten umgesetzt und sieht 14 Werkschließungen und den Abbau von weiteren 30.000 Arbeitsplätzen bis 2012 vor.

Alan Mulally wird das Wiedererstarken Boeings im knallharten Wettbewerb mit dem europäischen Flugzeugbauer Airbus zugeschrieben. Der 61-Jährige Ingenieur war seit 1969 bei Boeing und seit 1998 Chef von Boeing Commercial Airplanes. Er konnte zwar nicht verhindern, das Airbus an Boeing vorbeizog. Insbesondere die Entwicklung des Jets 787 brachte Boeing aber in den letzten Jahren wieder eine Flut von Aufträgen. 2005 setzte die Passagierflugsparte unter Mulally fast 23 Milliarden Dollar (18 Milliarden Euro) um.

Mulally galt im vergangenen Jahr als Favorit für den Posten des Boeing-Vorstandsvorsitzenden. Das Unternehmen setzte aber auf eine externe Lösung und holte 3M-Chef Jim McNerney. Nerney ernannte umgehend den 60-jährigen bisherigen Vizepräsidenten im Verkauf, Scott Carson, zu Mulallys Nachfolger.

Quelle: afp

 
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