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Investmentgesellschaft Berggruen: Neues Kaufangebot für Karstadt

zuletzt aktualisiert: 22.05.2010 - 18:22

Frankfurt/Main (RPO). Für den insolventen Kaufhaus-Konzern hat sich Medienberichten zufolge ein Kaufinteressent gefunden. Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg habe am Freitag ein detailliertes Kaufangebot von der Investmentgesellschaft Berggruen Holdings erhalten, die von dem Privatinvestor Nicolas Berggruen gesteuert wird. Die Belegschaft reagiert betont zurückhaltend.

Sowohl Investmentverwalter Görg als auch der Sprecher der Berggruen Holding, Wolfgang Weber-Thedy, bestätigten das Kaufangebot. Angaben zum Kaufpreis gab es jedoch nicht. Er dürfte "überschaubar" sein, hieß es von Seiten der Beteiligten. Das Angebot Berggruens beruhe auf einer umfassenden Analyse der gegenwärtigen Lage des Unternehmens Karstadt, berichtete das "Handelsblatt". Der 48-Jährige ist der Sohn des 2007 verstorbenen deutschen Kunstsammlers Heinz Berggruen.

Für die Karstadt-Mitarbeiter dürfte demnach entscheidend sein, dass Berggruen von ihnen keine weiteren Zugeständnisse erwartet. Weder Lohnverzicht noch Arbeitsplatzabbau seien geplant, sagte Berggruens Sprecher.

Verhandeln will Berggruen demnach jedoch mit der Vermietergruppe der 120 Karstadt-Häuser, hinter der das High-Street-Konsortium steht. "Wir erwarten insbesondere von den Vermietern der Geschäfts- und Büroimmobilien von Karstadt, die mit dem Vorhaben verbundenen Lasten zu gleichen Teilen zu schultern, und damit insbesondere auch die betriebliche Restrukturierung und die langfristige Zukunft des Unternehmens zu sichern", sagte der Berggruen-Sprecher. Die Einigung mit den Vermietern sei eine Voraussetzung für den Abschluss des Kaufvertrages. Auch das Erlassen der Gewerbesteuer für Karstadt, das in diesen Tagen in Kommunen wie etwa Dresden erneut geprüft wird, ist demnach für Berggruen eine wichtige Voraussetzung für den Kauf.

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi betrachtet das neue Angebot mit Skepsis. "Es sind noch sehr viele Fragen offen", sagte die Vize-Vorsitzende Margret Mönig-Raane der "Berliner Morgenpost". Es sei kein Angebot, dass die Arbeitnehmer endgültig aufatmen lassen könne. Zudem stelle sich die Frage, warum der Investor Nicolas Berggruen erst jetzt ein Angebot abgegeben habe, obwohl Karstadt doch seit Monaten auf dem Markt sei. "Die Frage der Nachhaltigkeit" sei für Verdi noch nicht geklärt, sagte Mönig-Raane.

Karstadt war 2009 zusammen mit seinem Mutterkonzern Arcandor Pleite gegangen, zu dem auch das traditionsreiche Versandhaus Quelle gehörte. Der Insolvenzverwalter will 120 Karstadt-Filialen an einen Bieter verkaufen und so eine Zerschlagung des Unternehmens vermeiden. Karstadt hat rund 26.000 Mitarbeiter.

Quelle: AFP/awei

 
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