Continental: Neumann wird neuer Vorstandschef
zuletzt aktualisiert: 23.08.2008 - 15:49Hannover (RPO). Nun ist es amtlich: Der Autozulieferer Continental hat den bisherigen Technologievorstand Karl-Thomas Neumann zum Nachfolger von Manfred Wennemer an der Konzernspitze ernannt. Neumann soll den Vorstandsvorsitz zum 1. September übernehmen.
Dies gab der Aufsichtsratsvorsitzende Hubertus von Grünberg am Samstagnachmittag nach einer Sitzung in Hannover bekannt.
Neumanns Stellvertreter wird Finanzvorstand Alan Hippe, der selbst als aussichtsreicher Kandidat für den Chefposten gegolten hatte. Der scheidende Vorstandschef Wennemer hatte nach der Einigung mit Schaeffler seinen Rücktritt für Ende August angekündigt.
Der 47-jährige promovierte Ingenieur Neumann ist seit Oktober 2005 (richtig) Mitglied des Continental-Vorstands. Er war zuvor unter anderem bei Volkswagen und dem Telekommunikationsunternehmen Motorola beschäftigt. 2004 wechselte er zu Conti. Neumann gilt als Technikfreak und guter Manager zugleich. Ihm wird ein gutes Gespür für technische Trendthemen wie beispielsweise den Elektroantrieb nachgesagt. Seit Dezember 2007 ist er im Vorstand zusätzlich für die Abteilungen Chassis & Safety sowie Powertrain (Antriebstechnik) zuständig.
Der lange Zeit ebenfalls als Wennemer-Nachfolger gehandelte amtierende Finanzvorstand Alan Hippe übernimmt den eigens neu geschaffenen Posten des stellvertretenden Vorsitzenden. Der 41-Jährige ist bislang zudem Chef des Reifengeschäfts. Ab 1. Oktober wird er auch für den Bereich ContiTech verantwortlich sein. Zu diesem Zeitpunkt geht das bisherige ContiTech-Vorstandsmitglied Gerhard Lerch in den Ruhestand, wie der DAX-Konzern weiter mitteilte. Hippe soll sich Berichten zufolge im Gegensatz zu Neumann gegen einen Einstieg Schaefflers ausgesprochen haben.
Wochenlanger Übernahmepoker nach Zusicherungen zu Ende
Continental hatte am Donnerstag nach Zugeständnissen der Schaeffler-Gruppe den Widerstand gegen eine Machtübernahme des kleineren Familienunternehmens aufgeben. Schaeffler will seinen Anteil bei dem DAX-Konzern von derzeit 8 Prozent auf zunächst knapp unter 50 Prozent aufstocken. Beobachter erwarten, dass Schaeffler nach Abschluss des Deals mit vier Vertretern in den Conti-Aufsichtsrat einziehen dürfte.
Auch den Arbeitnehmervertretern des Autozulieferers hatte Schaeffler umfassende Zusagen gemacht. Die Gewerkschaften IG Metall und IG BCE unterzeichneten am Freitag mit dem Familienunternehmen eine sieben Punkte umfassende Erklärung. Darin erklärte Schaeffler, dass keine Arbeitsplätze durch den Einstieg gefährdet würden. Schaeffler bestätigte auch bestehende Vereinbarungen, Regelungen und Tarifverträge.
Die Schaeffler-Gruppe war für ihre "Anschleich-Taktik" kritisiert worden, weil sich das Unternehmen über sogenannte Swap-Geschäfte den Zugriff auf 36 Prozent der Continental-Aktien gesichert hatte, ohne dies zu melden.
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