Ausstand geplant: Nigeria: Generalstreik soll Ölindustrie treffen
zuletzt aktualisiert: 31.10.2004 - 22:51Lagos (rpo). Die Gewerkschaften in Nigeria wollen am 16. November mit einem landesweiten Streik die Ölexporte blockieren und so gegen die massiv gestiegenen Benzinpreise protestieren. Der Konzern Royal Dutch/Shell sei zum "Feind des nigerianischen Volkes" erklärt worden. Das Unternehmen werde beim bevorstehenden Streik auch als solcher behandelt, sagte der Präsident des Dachverbandes der Gewerkschaften, Adams Oshiomhole.
Nigeria ist mit einer Ausfuhrmenge von 2,5 Millionen Barrel täglich der siebtgrößte Ölexporteur weltweit. Der angekündigte Streik dürfte deshalb auch spürbare Auswirkungen auf den Ölpreis haben.
Am Sonntag war ein Ultimatum der Gewerkschaften an Präsident Olusegun Obasanjo abgelaufen, die Benzinpreiserhöhungen vom 23. September rückgängig zu machen. Bereits vor drei Wochen wollten die Gewerkschaften mit einem Streik Druck auf die Regierung ausüben. Damals war die Ölausfuhr aber nicht von dem Ausstand betroffen. "Letztes Mal zielten wir nicht auf die Ölexporte, weil wir erwarteten, dass die Regierung zuhört", sagte Gewerkschaftspräsident Brown Ogbeifun. Da dies nicht der Fall gewesen sei, bleibe den Streikenden jetzt keine andere Wahl, ergänzte er.
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