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Insolvente Air-Berlin-Tochter
Niki soll offenbar an British-Airways-Mutter IAG verkauft werden

Niki soll offenbar an British-Airways-Mutter IAG verkauft werden
Ein Check-In-Schalter der Airline Niki (Archivbild). FOTO: afp, HOG
Berlin. Die insolvente Air-Berlin-Tochter Niki soll offenbar an die British-Airways-Mutter IAG verkauft werden. Die Holding ist nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur der Bieter, mit dem exklusiv über einen endgültigen Kaufvertrag verhandelt wird.

Die britisch-spanische Luftfahrt-Holding IAG, zu dem neben British Airways und Iberia auch der spanische Billigflieger Vueling gehört, sei der letzte verbliebene Bieter, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters. Im Gespräch sei eine Kaufsumme von 40 Millionen Euro für Niki, berichtete die "Bild am Sonntag" unter Berufung auf Verhandlungskreise. IAG lehnte eine Stellungnahme ab. 

Airline Niki nach geplatztem Lufthansa-Deal pleite

Der vorläufige Niki-Insolvenzverwalter Lucas Flöther teilte am Donnerstag mit, es werde exklusiv mit einem Bieter weiterverhandelt. Das habe der Gläubigerausschuss bei einer Sitzung am Donnerstag entschieden. Einen Namen nannte Flöther unter Verweis auf die zugesicherte Vertraulichkeit jedoch nicht. In den nächsten Tagen solle der endgültige Kaufvertrag stehen.

Niki Lauda aus dem Rennen

Denn die Zeit drängt: Der neue Eigentümer muss schon ab Januar die Gehälter der rund 1000 Niki-Mitarbeiter zahlen und den Flugbetrieb finanzieren. Die Lufthansa, die Niki ursprünglich für rund 200 Millionen Euro kaufen wollte, hatte Insidern zufolge dem Ferienflieger zur Überbrückung bis zu 70 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

Niki hatte Mitte Dezember Insolvenz angemeldet und den Flugbetrieb eingestellt. Zuvor war die geplante Übernahme durch den deutschen Branchenprimus Lufthansa abgeblasen worden. Die EU-Wettbewerbshüter befürchteten Monopolstrecken.

Ende vergangener Woche hatten sechs Interessenten Angebote für Niki abgegeben. Mit vier Bietern wurde in den vergangenen Tagen verhandelt. Zu ihnen sollen neben IAG auch der Reisekonzern Thomas Cook (Condor) und die Tuifly gehören. Niki-Gründer und Ex-Rennfahrer Niki Lauda hatte von sich aus erklärt, verbindlich um die Fluglinie mit den rund 1000 Beschäftigten mitzubieten.  Am Donnerstag teilte er jedoch mit, dass er aus dem Rennen sei. 

(jco/ate/dpa/reu)
 
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