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Einstiger Weltmarktführer
Nokia will wieder Handys bauen

Das Windows-Smartphone Lumia 1020 von Nokia
Das Windows-Smartphone Lumia 1020 von Nokia FOTO: dpa, Justin Lane
Helsinki. 2013 gaben die Finnen den Markt auf - doch nun haben sie einen neuen Plan. Nokia will es auf dem Mobiltelefon-Markt noch einmal wissen.

Der einstige Weltmarktführer bringt sich derzeit in Stellung, um die Gunst der Branche zurückzuerobern. Schließlich nagt an den Finnen, dass der langjährige Spitzenplatz dem Siegeszug der Smartphones zum Opfer fiel: Nokia verschlief wichtige Trends und schlug sich mit hohen Kosten herum, während Apple und Samsung punkteten.

Letztlich gab Nokia die Sparte auf und verkaufte das Herz des Konzerns Ende 2013 an Microsoft. Geblieben ist nur die Netzwerkausrüstung. Doch inzwischen läuft der Comeback-Versuch an: Nokia testet neue Produkte, stellt Software-Experten ein und liebäugelt mit Vertriebspartnern.

So hat sich das Handy weiterentwickelt FOTO: dpa, Oliver Berg

Bis Ende 2016 sind Nokia-Chef Rajeev Suri zwar die Hände gebunden, weil die Skandinavier laut Vertrag bis dahin nicht mit Microsoft konkurrieren dürfen. Doch verwandte Geräte sind längst am Start. So hat Nokia in China einen Tablet-Computer auf den Markt gebracht. Eine auf virtuelle Realität ausgerichtete Kamera wurde als "Wiedergeburt von Nokia" angepriesen, und mit einer App für das Betriebssystem Android tastet sich der Konzern in den Smartphone-Bereich vor.

Technologieabteilung annonciert Dutzende Jobs

Nokia-Chef Suri erklärte zwar unlängst offiziell, das Unternehmen in das Telefongeschäft zurückführen zu wollen. Doch zu den konkreten Plänen hält sich die Zentrale in Espoo bei Helsinki bedeckt und teilt lediglich mit, einige der 600 Mitarbeiter in der Technologieabteilung arbeiteten an neuen Produkten.

Zugleich annonciert aber eben jene Sparte im Internet Dutzende Jobs - viele in der Produktentwicklung sowie für Android, das auf den neuen Mobilgeräten installiert sein soll. Und schließlich dürfte Nokia nicht zuletzt die Übernahme des Rivalen Alcatel-Lucent einige helle Köpfe in die Belegschaft bringen.

Patente sind der Ass im Ärmel

Doch auch mit Erfindungen der Experten dürfte ein Comeback schwer werden. Das Ass im Ärmel der Finnen ist ihr Fundus an Patenten - einer der größten der Branche. Suri will auch auf Vertriebsvereinbarungen setzen: Nokia könnte Geräte entwickeln und sie gegen Lizenzgebühren von anderen Firmen produzieren und verkaufen lassen.

Die wertvollsten Markenunternehmen FOTO: Repro: rpo

Das Geschäftsmodell bringt weniger Rendite als der Vertrieb unter eigenem Namen, birgt aber weniger Risiken. Voraussetzung dafür ist, dass die Marke Nokia noch genug Glanz besitzt. Forschern von Interbrand zufolge könnte Nokia bald von der Liste der 100 bekanntesten Marken verschwinden, wo die Finnen zwischen 1999 und 2009 einen der fünf ersten Plätze belegten.

(rtr)
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